Einmal Villach – immer Villach! Günther Lanzinger im Portrait

21 Jahre lang trug der Villacher Rekordspieler Günther Lanzinger das Trikot des Villacher Sportvereins. In über 1000 Spielen gelangen dem legendären “Postler” 283 Tore und 375 Assists.

Begonnen hat alles in der Saison 1988/89. Der 16-Jährige “Lanze” kam zu seinem Debüt in der Villacher Kampfmannschaft. Zu verdanken hatte er seinen Einsatz der Tollpatschigkeit von Legionär George Servinis.

“Lanze” blickt noch heute gerne auf diesen Tag zurück : “George verletzte sich – ohne Scherz – wenige Stunden vor dem Spiel beim Montieren eines Lampenschirms. Trainer Bart Crashley holte mich daraufhin in die Kampfmannschaft.


Mein erstes Higlight gab es dann in der Saison 1990/91 – Crashley spannte mich beim Derby in Klagenfurt zu Strong und Tambellini – an der Seite unserer Topstürmer erzielte ich 2 Tore und fixierte somit endgültig meinen Stammplatz in der Bundesligamannschaft.”

An der Seite von Ken Strong und Steve Tambellini entwickelte sich Günther Lanzinger schnell weiter. Die beiden Routiniers führten den Villacher Jungspund und standen ihm stets mit Rat und Tat zur Seite. Auch der langjährige Headcoach Ron Kennedy war ein wichtige Faktor in der langjährigen Karriere von Günther Lanzinger.

Lanzinger wurde zum absoluten Leistungsträger der Villacher Adler. 1992 und 1993 gewann er an der Seite seines “Postlerzwillings” Wolfgang Kromp die Österreichische Meisterschaft mit den Draustädtern.

Dank seiner starken Leistungen im Dress der Villacher ließ das Debüt im Nationalteam auch nicht lange auf sich warten. Mit Österreich nahm Lanzinger an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer 1992 und Salt Lake City 2002 teil.

Während seiner langen Eishockeykarriee ging Lanzinger (wiederum gemeinsam mit Wolfgang Kromp) auch stets seinem Beruf bei der Post AG nach.

“Oft kamen wir erst um 3 Uhr Nachts von den Auswärtsspielen nach Hause, sind zwei Stunden später aber schon wieder unterwegs auf unserer Tour gewesen. Auf dem Eis haben wir aber stets jede Müdigkeit vergessen.”



Die Jahre 1998 und 1999 sollten sich – sowohl Sportlich als auch Privat – zu einem Highlight in der Karriere von Günther Lanzinger entwickeln.

Am 25. Jänner erblickte Benjamin Lanzinger das Licht der Welt. Wie der Vater so der Sohn – Benjamin ist begeisterter Eishockeyspieler und zählt zu den größten Talenten seines Jahrganges in Österreich. Auch der – um 4 Jahre jüngere – Sohn Florian jagt bereits der Hartgummischeibe hinterher. Der Name “Lanzinger” könnte also bereits in naher Zukunft wieder am Trikot der Villacher Kampfmannschaft aufleuchten.

Sportlich lief es ebenfalls rund – “Lanze” war wichtiger Bestandteil der Villacher Meistermannschaft von 1998/99, welche von vielen Experten als Bester VSV aller Zeiten bezeichnet wird. Im darauffolgenden Jahr nahmen die Villacher Adler am Europacup teil und Lanzinger schrieb erneut Geschichte – dank seinem Treffer in der Overtime besiegte der EC VSV auswärts den Russischen Meister Magnitogorsk und feierte damit den größten internationalen Erfolg der Villacher Vereinsgeschichte.

Auch in den kommenden Jahren funktionierte eine Kombination im Spiel der Villacher stets prächtig – “Pass auf Lanzinger, Direktabnahme, Kreuzeck, Tor”. In der Saison 2000/01 klappte die Kombination besser als je zuvor – gleich 26 mal versenkte “Ginge” die Scheibe im gegnerischen Kasten.

Zwei weitere Meistertitel sollten in der aktiven Karriere beim EC VSV noch folgen – 2001/02 besiegten Lanzinger und Co. die Black Wings Linz im Finale mit 4-1, 2005/06 zogen die Red Bulls Salzburg in der Finalserie den kürzeren.

In beiden Jahren hatte die Nummer 24 einen Riesenanteil am Titelgewinn der Blau-Weissen. 2006 schein die Finalserie bereits zu Gunsten der Mozartstädter zu kippen, doch “Lanze” führte sein Team mit 2 Toren im 5. Spiel in die Salzburg zurück auf die Siegerstraße.

Die lange Karriere im Dress der Villacher Adler ging nach der Saison 2009/10 zu Ende. Die langjährigen Weggefährten Wolfgang Kromp und Günther Lanzinger beendeten gemeinsam ihre Bundesligakarriere.

Im Abschiedsspiel gegen den HC Innsbruck standen 4 Legenden noch einmal gemeinsam am Eis – Wolfgang Kromp, Herbert Hohenberger, Mike Stewart und Günther Lanzinger. In einer stimmungsvollen Begegnung wurden die Trikots der 4 Villacher gemeinsam an die Hallendecke bzw. in den Ruhestand geschickt.

“Es war immer etwas Besonderes, ein Teil der VSV-Familie zu sein. Ich habe viele schöne Momente in Villach erlebt Das Freiluft-Derby im Jänner zählt wohl zu den Highlights in meiner Karriere, ich fühl mich glücklich, dort dabei gewesen zu sein“, erzählt “Ginge”.

Doch die beiden Postler konnten es nicht lassen, setzten ihre Karriere – natürlich gemeinsam – fort. Beim EC Spittal schnürten Kromp und Lanzinger 2010/11 erneut die Hockeyschuhe und holten problemlos den Meistertitel in der Carinthian Hockey League.

Im Februar 2011 kehrte Lanzinger schließlich auch zum EC REKORD-Fenster VSV zurück. Neo-Headcoach Mike Stewart ernannte seinen langjährigen Teamkameraden zum neuen Co-Trainer der Villacher Adler – eine Rolle die er auch in der Saison 2011/12 einnehmen wird.