Adis Alagic:”Ich konnte mich enorm weiterentwickeln!”

Vor einem Jahr traf der VSV gemeinsam mit Adis Alagic die Entscheidung, den heute 22-jährigen für eine Saison zu “verleihen” um ihm die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Sein Weg führte ihn zuerst zu “Olimpija Laibach” und später in die Schweizer Stadt “Zug”, wo er in der Eishockey-Akademie trainierte und in der zweiten Schweizer Liga spielte. Heute steht bereits fest, dass Alagic in der kommenden Saison wieder im Dress der Adler auflaufen wird. Wir haben uns mit dem Stürmer unterhalten und nachgefragt, wie er die letzte Saison verbracht hat.

Nach einem Jahr Abwesenheit kehrst du zum VSV zurück. Wie war die vergangene Saison für dich?

Sehr gut! Ich konnte mich enorm weiterentwickeln. Es war großartig etwas Abstand von meinem gewohnten Umfeld zu haben und einmal etwas ganz anderes zu sehen. In Laibach bekam ich nicht nur viel Spielzeit, ich durfte auch Führungsrollen übernehmen und merkte schnell, dass ich in der EBEL auch auf Schlüsselpositionen spielen kann. In der Schweiz erwartete mich dann ein ganz anderes Umfeld. Alles war neu und anders! Jedoch hatte ich dort unglaublich gute Trainingsmöglichkeiten.

Du hast zuerst in Laibach gespielt, dort in 16 Spielen 9 Punkte erzielt, dann ging es für dich in die zweite Schweizer Liga. Du sagtest bereits, dass alles anders war. Wie war die Umstellung für dich?

Es war anfangs sehr hart! Es gibt sehr große Unterschiede. Nicht nur, dass die Gesellschaft in der Schweiz eine ganz andere als in Österreich ist, auch was das Eishockey angeht sind Differenzen festzustellen. Hierzulande steht die Technik im Vordergrund, in der Schweiz ist der Sport weniger technisch, es gibt nur Speed, Speed, Speed – und das bei sehr körperbetontem Spiel. Da brauchte ich schon meine Zeit, um mich daran zu gewöhnen.

Wenn du dich mit dir selbst vergleichst: Heute vor einem Jahr und heute – worin hast du dich am meisten verbessert und wie hat dich dieses Jahr persönlich verändert?

Was den Sport anbelangt habe ich mich sehr weiterentwickelt. In Laibach habe ich gelernt auf dem Eis auch einmal eine Führungsposition einzunehmen und in der Schweiz konnte ich körperlich große Schritte nach vorne machen – dort waren die Spiele nebensächlich, das Training stand klar im Vordergrund. Persönlich hat mich die letzte Saison auch geprägt. Das neue Umfeld in der Schweiz, als ich weit von zu Hause weg war, war ungewohnt. Ich war plötzlich komplett auf mich alleine gestellt und da kam anfangs auch etwas Heimweh auf.

Wenn du mit Olimpija Laibach zu Gast in Villach warst, wurdest du von den VSV-Fans gefeiert und die meisten Villacher haben auch deine Reise in die Schweiz mitverfolgt. Was bedeutet es für dich, nun wieder in deine Heimatstadt zurückzukehren?

Die Zeit im Ausland hat mir gezeigt: Zuhause ist’s am schönsten! Aber ich freue mich nicht nur, wieder bei Familie und Freunden zu sein, sondern auch darauf, vor den vollen Rängen in der Stadthalle zu spielen. Die Partien vor wenigen Fans in Laibach und in der Schweiz, dort waren wir „nur“ eine Akademie-Mannschaft, haben mir gezeigt wie wichtig Fans wie jene in Villach sind, die einen während der gesamten Spielzeit zu Höchstleistungen pushen.

Die letzte Saison lief für den VSV nicht nach Wunsch. Du kennst die blau-weißen Nachwuchsspieler sehr gut, wie hast du die letzte Saison miterlebt?

Während der ersten Saisonhälfte, wo es noch ziemlich gut lief, war ich ja noch selbst in der EBEL und habe mich darüber gefreut, wie gut die Nachwuchsarbeit aufgeht und wie viele junge Spieler in der Kampfmannschaft auflaufen. Dann kam leider das Verletzungspech hinzu und das ist bei einem Kader mit so vielen jungen Spielern natürlich bitter und eine EBEL-Saison zehrt an den Kräften!

Bisher durfte man sich in Villach über prominente Neuzugänge freuen. Kyle Beach und Niki Petrik werden das blau-weiße Team in der kommenden Saison verstärken. Welche Erwartungen hast du in die bevorstehende EBEL-Saison?

Das ist noch schwer zu sagen – noch sind nicht alle Positionen besetzt. Auf jeden Fall ist klar, dass wir alle mit „Holsti“ kämpfen wollen und werden! Er schafft es immer wieder die Mannschaft zu Höchstleistungen zu treiben. Enorm wichtig war die Verpflichtung von Niki Petrik. Ich habe schon viel über seinen Charakter als Spieler gehört. Er ist wichtig für die Kabine und vermutlich jener einheimische Führungsspieler, der dem VSV in den letzten Jahren etwas gefehlt hat.

Welche Pläne hast du bis zum Beginn des Mannschaftstrainings?

Da ich das „Herumsitzen“ überhaupt nicht mag, trainiere ich jetzt schon seit einem Monat sehr hart für die kommende Saison. Urlaub habe ich bisher noch keinen geplant, vielleicht geht sich ja spontan was aus. Ich weiß nur, dass ich schon voll motiviert für die nächste Saison bin, womit mir auch das harte Training sehr leicht fällt.

Das Team von Olimpija Laibach wird nächste Saison nicht mehr in der EBEL antreten. Die Teilnahme der Mannschaft war auch in den vergangenen Saisonen oft unsicher. War der Abschied für dich voraussehbar?

Ich finde es extrem schade, dass Laibach nicht mehr in der Liga vertreten ist. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man dort als junger Spieler viele Möglichkeiten hatte – auch mir wurde dort sehr geholfen. Aber das finanzielle ordentlich zu machen gehört natürlich auch dazu. Vorhersehbar war es leider, irgendwie.

Mit Zagreb kommt eine Mannschaft in die Liga zurück, die vor ihrem Ausstieg stark in der oberen Tabellenhälfte mitspielte. Was kann man von dieser Mannschaft erwarten?

Das ist sehr schwer zu sagen! Was sicher ist, ist dass der Eishockey-Sport in Zagreb boomt! Die Fans freuen sich, dass man nun im Gegensatz zur russischen Liga wieder auf messbare Gegner trifft. Das wird wieder mehr Fans anlocken und diese werden wie immer voll hinter der Mannschaft stehen und dann ist sowieso alles möglich. 

Gibt es eine bestimmte Rolle, die du im Kader übernehmen möchtest?

Ja, ich möchte nicht nur in einer so genannten „Checker-Linie“ spielen. Für mich ist es wichtig, dass ich meinen eigenen Spielstil zeigen kann. Denn nur wenn ich ich selbst sein kann, kann ich meine Fähigkeiten voll ausspielen. Ich habe in Laibach gemerkt, dass ich auch eine Führungsrolle übernehmen kann, dennoch möchte ich für das Team spielen und als „Sniper“ auch das ein oder andere Tor erzielen!

VSV. WIR GREIFEN AN!