Meistertitel 1991/92

Nach 3 Vizemeister-Titeln in Folge gab es für die Saison 1991/1992 nur ein Ziel – der Österreichische Meistertitel sollte endlich wieder an der Drau landen! Im Sommer wurde der Kader ordentlich verstärkt und mit Supergoalie Gus “Speedy” Morschauser, Manny Viveiros, Alfie Turcotte und Kim Issel heuerten neue, starke Legionäre in der Draustadt an. Desweiteren verstärkte ein alter Bekannter das Team von Headcoach Bart CrashleyJeff Geiger wechselte von der Mur zurück an die Drau.

Doch das Team bestand nicht nur aus guten Legionären, den Grundstock bildeten wieder Spieler aus dem starken Villacher Nachwuchs – Herby Hohenberger, Peter Raffl, Engelbert Linder, Helmut Petrik, Wolfi Kromp und Christian Dolinar zählten zu den weiteren großen Leistungsträgern im Team der Villacher.

Bevor das Unternehmen “Meistertitel 1991/92″ starten konnte begann für den EC VSV das Abenteuer Alpenliga. Die Alpenliga wurde im Sommer von den Eishockeyverbänden Österreichs, Italiens und Sloweniens gegründet. Durch den direkten Vergleich der 3 Nationen sollte das Niveau und die Entwicklung der einzelnen Spieler gefördert werden. In der ersten Saison nahmen 20 Vereine an der Alpenliga teil. Die 20 Vereine wurden in 2 Gruppen eingeteilt um die Belastung für die Spieler zu veringern.

Der Italienische Eishockeyverband förderte die Alpenliga und stellte für seine Klubs ein Preisgeld von 3,2 Millionen Schilling in Aussicht. Für die Österreichischen Vereine gab es “nur” Bonuspunkte für die im Anschluss stattfindende Österreichische Meisterschaft.

Die Villacher Adler beendeten ihre 10er Gruppe auf dem 2. Platz hinter dem HC Milano. Damit qualifizierten sich die Blau-Weißen als einziger Österreichischer Vertreter für das Final Four, in dem der Alpenliga Titel ausgespielt wurde.

Im Halbfinale stieg das große Duell mit dem nahezu unbezwingaren Ligakrösus, den Milano Devils. Die Devils gewannen ihre 10er Gruppe ohne einen einzigen Punkt abzugeben und mit einem Torverhältnis von 144:46. Im Duell mit den Adlern taten sich die Teufel aber lange schwer. Der Villacher Kampfgeist brachte die Mailänder ordentlich ins Wanken, nach einem 2-1 Vorsprung für die Blau-Weißen drehte der Favorit aber noch mal auf und gewann mit 4-2.

Für den VSV blieb damit nur das Duell um den 3. Platz, welches in einem packenden Spiel gegen den HC Milano mit 6-5 nach Verlängerung gewonnen wurde. Den entscheidenden Treffer erzielte Manfred “Hidi” Mühr in der 64. Minute. Den 1. Alpenligatitel holten sich – natürlich – die Milano Devils nach einem klaren 8-0 Finalerfolg über den HC Bozen.

Nur einen Tag nach dem Spiel um Platz 3 begann für den EC VSV bereits die Österreichische Meisterschaft. Stong, Issel und Co. drehten gegen die Österreichischen Ligagegner so richtig auf und landeten im Grunddurchgang einen Start-Ziel Sieg. Der VSV verlor in 24 Spielen nur 3 mal und lag am Ende gleich 13 Punkte vor dem EC Graz.

Im Halbfinale kam es zum großen Duell mit dem Lokalrivalen aus Klagenfurt. Das erste Spiel der Best-of-3 Serie in der Villacher Stadthalle ging in die Verlängerung, wo – ausgerechnet – Manny Viveiros in der 66. Minute für die Entscheidung zu Gunsten der Adler sorgte. Das zweite Spiel sollte sich zu einem absoluten Derbyklassiker entwickeln. Nach 2 Dritteln führte der KAC bereits mit 5-2 und als alles schon mit einem 3. Spiel in Villach rechnete drehten die Blau-Weißen so richtig auf. Eddy Lebler (mit einem Doppelpack), Kim Issel, Peter Raffl und Alfie Turcotte drehten die Partie im Schlussabschnitt und der VSV zog mit dem 7-5 in das Finale gegen den EC Graz ein.

Das erste Finalspiel begann für den VSV denkbar schlecht – nach nur 8 Minuten lagen die Steirer bereits mit 2-0 in Führung. Doch nach dem Anschlusstreffer von Turcotte hatten die Adler die Nervosität abgelegt und bewiesen eindrucksvoll wer die beste Mannschaft in Österreich ist. Der EC Graz wurde mit einem satten 11-5 zurück über die Pack geschickt.

Das 2. Spiel verlief über weite Strecken ausgeglichen und als bereits alles mit einer Verlängerung rechnete kam der große Auftritt von unserem “Zapfen” Engelbert Linder. Nach einem Zuspiel von Ken Strong zog Linder 58 Sekunden vor dem Ende des Schlussabschnittes von der Blauen Linie ab. Graz-Torhüter Rudmann konnte den Scheibe nicht festhalten, stocherte sie schlussendlich selbst über die Linie und bescherte den Adlern somit den 2. Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Meisterkader

Trainer : Bart Crashley
Tor : Gus Morschauser, Gerhard Thomasser
Verteidigung : Jeff Geiger, Giuseppe Mion, Herbert Hohenberger, Emanuel Viveiros, Engelbert Linder, Günther Kilzer
Angriff :
Eddy Lebler, Ken Strong, Alfie Turcotte, Kim Issel, Peter Rossbacher, Manfred Mühr, Peter Raffl, Helmut Petrik, Wolfgang Kromp, Christian Dolinar, Günther Lanzinger, Peter Floriantschitz, Robert Wachter