Meistertitel 2005/06

Nach einer enttäuschenden Saison 2004/05 bauten die sportlichen Verantwortlichen den Kader der Villacher Adler um. Mit Patrick Machreich (Graz), Thomas Pfeffer (Wien), Andreas Judex (Linz) und Markus Peintner (Wien) kamen gleich 4 österreichische Neuzugänge an die Drau. Auch am Legionärssektor gab es Verstärkung – Dany Bousquet, Mickey Elick und Darrell Scoville hießen die neuen Villacher Legionäre.

Das neugeformte Team von Greg Holst erwischte einen Traumstart in der Österreichischen Eishockeymeisterschaft, gewann die ersten 4 Spiele und setzte sich von Beginn an an der Tabellenspitze fest. Der EC VSV startete in der Saison 2005/06 seine unheimliche Derbysiegesserie, die 17 Spiele lang anhalten sollte. Nach einigen Verletzungsproblemen verstärkte zunächst der ehemalige DEL-Legionär Ron Pasco das Team der Adler. Nachdem dieser sich ebenfalls verletzte wurde Marc Brown verpflichtet.

Der neue Flügelstürmer gab den Blau-Weißen, die mittlerweile auf Tabellenplatz 4 zurückgefallen waren, neuen Auftrieb. In der zweiten Saisonhälfte steigerten sich Bousquet und Co. kontinuierlich und beendeten den Grunddurchgang schließlich knapp hinter Red Bull Salzburg auf dem 2. Tabellenplatz.

Kurz vor den Playoffs kam dann der große Schock – Dany Gauthier verletzte sich schwer, für ihn war die Saison beendet. Die Adler fanden schnell Ersatz, Stephane Roy – der 2003/04 schon einmal kurz an der Drau engagiert war – sprang für Gauthier ein.

Im Playoff bekamen es die Mannen von Greg Holst im Halbfinale mit dem HC Innsbruck zu tun. Die Adler sahen nach einer 3-1 Führung bereits wie der sichere Halbfinalsieger aus, doch die Haie kämpften unter der Führung von Todd Elik und James Desmarais zurück und erzwangen ein allesentscheidendes 7. Halbfinalspiel in der Villacher Stadthalle. Das 7. Spiel entwickelte sich zu einer der legendärsten Begegnungen in der Geschichte des EC VSV – beide Teams schenkten sich nichts, es ging hin und her, das Publikum stand 60 Minuten hinter den Villacher Adlern und am Ende siegte Villach mit 6-4. Dany Bousquet, der bereits im Grunddurchgang als Scharfschütze auftrat, spielte sich mit einem Hattrick endgültig in die Herzen der Villacher Fans.

Im Finale trafen die Draustädter auf den Grunddurchgangssieger aus Salzburg, der im Halbfinale die Vienna Capitals mit 4-1 besiegte und somit ausgeruht in die Finalserie gehen konnte. Mit nur einem Tag Pause reisten die Adler zum ersten Spiel nach Salzburg und setzten ihren Erfolgslauf auch in der Mozartstadt fort. Dank tollem Pressing und einem überragenden Schlussabschnitt drehten die Villacher einen Rückstand um und gewannen Spiel 1 mit 3-2. Im 2. Spiel herrschte erneut Partystimmung an der Drau – nach einem torlosen 1. Drittel drehten die Adler im Mittelabschnitt so richtig auf und setzten mit 3 schnellen Toren den Grundstein für einen ungefährdeten 4-1 Erfolg.

Nach den zwei Pleiten schlugen die Salzburger eiskalt zurück – vor eigenem Publikum gewannen Kalt und Co. mit 3-0 und im 4. Spiel der Finalserie holten sich die Bullen mit einem 4-3 Auswärtssieg den Heimvorteil zurück. Die Serie drohte zu kippen, doch die Adler gaben einfach nicht auf.

Villach mobilisierte für das 5. Spiel noch einmal alle Kräftereserven und schoss Salzburg mit 6-2 aus der Halle. Die Adler konnten damit vor eigenem Publikum den 6. Meistertitel in der Vereinsgeschichte fixieren.

Spiel 6 entwickelte sich zu einem absoluten Thriller – Salzburg ging nach 60 Sekunden in Führung , Villach drehte mit einem Doppelschlag durch Peintner und Kromp die Partie wieder um. Salzburg gelang der Ausgleich und es ging in die Sudden Death Verlängerung. In der Overtime dauerte es 17 Minuten bis zum entscheidenden Treffer – Mickey Elick brachte die Scheibe vor das Tor, Stephane Roy stocherte nach und die Scheibe kam zum freistehenden Topscorer Dany Bousquet, der die Scheibe nur noch über die Linie drücken musste. Bousquet traf zum 3-2 und fixierte somit den 6. Meistertitel in der Villacher Vereinsgeschichte.

Mannschaftskader:

Trainer: Greg Holst
Tor : Gert Prohaska, Patrick Machreich
Verteidigung : Herbert Hohenberger, Mickey Elick, Darrell Scoville, Martin Oraze, Thomas Pfeffer, Mike Stewart, Philipp Lonin, Alexander Neubauer, Andreas Wiedergut, David Slivnik, Paul Ullrich
Sturm : Dany Bousquet, Dany Gauthier, Marc Brown, Ron Pasco, Stephane Roy, Roland Kaspitz, Wolfgang Kromp, Günther Lanzinger, Markus Peintner, Stefan Herzog, Niki Petrik, Andreas Judex, Daniel Nageler, Benjamin Petrik, Thomas Raffl, Michael Raffl, Nico Toff, Markus Schlacher, Christoph Sivec