Bemühter VSV bleibt bei 0:3-Niederlage in Linz torlos!

Der EC iDM Wärmepumpen VSV fand in Linz nur schwer ins Spiel und geriet früh unter Druck. Trotz starker Phasen, viel Einsatz und eines erneut überzeugenden Joe Cannata im Tor fehlte den Adlern die nötige offensive Durchschlagskraft. Ein glücklicher Treffer der Linzer brach schließlich den Widerstand. Linz sicherte sich das richtungsweisende Duell um die Pre-Playoffs mit 3:0.

1. Drittel

Zu ungewohnter Uhrzeit, bereits um 16:30 Uhr, nahm der EC iDM Wärmepumpen VSV mit Joe Cannata zwischen den Pfosten in Linz das wichtige Auswärtsduell im Kampf um die Pre-Playoff-Ränge in Angriff. Der Auftakt verlief jedoch alles andere als nach Plan. Bereits in der ersten Spielminute wäre Cannata geschlagen gewesen, ein wuchtiger, gut angetragener Schuss von der blauen Linie klatschte jedoch glücklicherweise an die Stange und bewahrte Blau-Weiß vor einem frühen Rückstand. In dieser Tonart ging es zunächst weiter. Villach tat sich im Spielaufbau äußerst schwer, offensive Entlastung war kaum vorhanden. Über Umwege gelangte die Scheibe in der vierten Spielminute dann zu Ograjensek, der aus dem Slot trotz Bedrängnis abschloss – Cannata begrub das Spielgerät aber sicher unter sich. Die erste nennenswerte Offensivaktion der Adler ließ bis zur neunten Minute auf sich warten: Nach einem Linzer Turnover kam Rebernig aus kurzer Distanz zum Abschluss, vermochte den Puck jedoch nicht über die Linie zu drücken, der Rebound wurde rechtzeitig geklärt. Kurz darauf bot sich die nächste Möglichkeit, als Hutchison und Hughes einen 2-auf-1-Konter fuhren, diesen jedoch unsauber ausspielten, die Scheibe versprang im entscheidenden Moment. Insgesamt fehlte den Adlern in dieser Phase die defensive Struktur ebenso wie die Fähigkeit, sich nachhaltig in der Linzer Zone festzusetzen. Die Black Wings fanden immer wieder kontrolliert aus der eigenen Zone, etablierten längere Offensivsequenzen und setzten Villach unter Druck. Positiv aus Sicht der Adler blieb, dass man defensiv dennoch kompakt agierte und kaum klare Abschlüsse zuließ. Allerdings führten zahlreiche Scheibenverluste beim Zonenaustritt immer wieder zu neuem Linzer Druck. So ging es mit einem torlosen 0:0 in die erste Pause, ein Zwischenstand, mit dem Villach angesichts des Spielverlaufs wohl sehr gut bedient war.

2. Drittel

Der Mittelabschnitt begann aus Sicht der Adler deutlich verbessert. Villach fand nun besser aus der eigenen Zone und setzte erste offensive Akzente. In der 24. Spielminute prüfte Ritchie Linz-Schlussmann Rasmus Tirronen erstmals ernsthaft, als er aus dem hohen Slot einen leicht verdeckten Abschluss abfeuerte. Die Blau-Weißen agierten insgesamt deutlich agiler als noch im Auftaktdrittel und erspielten sich mehrere kleinere Möglichkeiten, etwa durch Distanzschüsse von Lindner und Katic, die Tirronen jedoch allesamt souverän entschärfte (25.). Auch die Hausherren kamen zu Chancen: Joe Cannata parierte zunächst zweimal stark bei Abschlüssen aus dem hohen Slot. Auf der Gegenseite zog MacPherson von der blauen Linie per Handgelenkschuss ab, Tirronen musste mit der Schulter in höchster Not retten. In der Folge schnürte Linz die Adler phasenweise in deren Zone ein, ließ die Scheibe gut laufen und profitierte davon, dass Villach sich aufgrund zweier unerlaubter Weitschüsse nicht befreien konnte. Einen gefährlichen Abschluss blockte Lindner mit großem Einsatz. Die bislang beste Gelegenheit der Partie und die große Chance auf den „Icebreaker“ hatte Kevin Hancock in der 31. Spielminute. Hutchison band zwei Gegenspieler, Hughes profitierte von einem Linzer Fehlpass in der eigenen Zone und bediente den völlig freistehenden Hancock im Slot, der jedoch an Tirronens starker Fanghand scheiterte. Villach blieb am Drücker: In der Folgeminute konterten die Adler, Helewka legte vor dem Tor quer auf Scherbak, doch erneut war Tirronens Fanghand Endstation. Mitten in diese starke Phase der Adler fiel jedoch die erste Unterzahlsituation. Wallenta arbeitete in der neutralen Zone etwas zu energisch mit dem Stock und musste wegen Beinstellens auf die Strafbank. Linz nutzte das Powerplay eiskalt: Nach anfänglichen Schwierigkeiten arbeitete Würschl an der Grundlinie stark, drehte sich in den Slot und lupfte die Scheibe sehenswert unter die Latte, erzielte das 0:1 in der 33. Minute. Der Treffer verlieh den Black Wings spürbar Auftrieb. Kurz darauf durften die Oberösterreicher erneut in Überzahl agieren, die Schiedsrichter ahndeten einen Stockschlag von Kulda. Villach verteidigte diese Unterzahl jedoch diszipliniert, Linz konnte sich kaum festsetzen. Bei numerischer Gleichheit blieben die Gastgeber dennoch tonangebend: Roe prüfte Cannata aus halblinker Position, wenig später kam Lebler aus dem rechten Slot zum Abschluss, doch Cannata parierte jeweils sicher mit dem Schoner. Mit einem denkbar knappen 0:1-Rückstand ging es für die Adler in die zweite und letzte Pause. 

3. Drittel

Der Schlussabschnitt begann erneut mit einem sehr aktiven VSV, der zwar bemüht agierte, sich offensiv jedoch weiterhin schwertat, zwingende Torchancen zu kreieren. Die erste nennenswerte Möglichkeit bot sich Rebernig nach einem Zuspiel von hinter dem Tor, sein Abschluss aus dem Slot verfehlte das Gehäuse jedoch deutlich. Höchst gefährlich wurde es wenig später auf der Gegenseite: In der 45. Spielminute legte Ograjensek einen Konter mustergültig quer in den Slot auf St.-Amant, doch Joe Cannata verhinderte mit einer Glanzparade den möglichen Führungstreffer – der Torschrei lag den Fans in der Linzer Eishalle bereits auf den Lippen. Kurz darauf durfte Villach erstmals in Überzahl agieren. Romig musste nach einem Haken an Scherbak auf die Strafbank. Bereits nach wenigen Sekunden Powerplay prüfte Hancock Tirronen mit einem Handgelenkschuss aus halbrechter Position, wenig später sorgte Hughes mit einem Schlenzer von der blauen Linie für Gefahr, doch Linz konnte den Rebound bereinigen. Insgesamt präsentierten sich die Adler im Powerplay gefällig, die letzte Konsequenz fehlte jedoch. Die Black Wings verstanden es mehrfach, sich aus brenzligen Situationen zu befreien und die Scheibe konsequent zu klären. In der 50. Spielminute wurde es erneut brisant: Rebernig feuerte einen scharfen Handgelenkschuss aus dem hohen Slot ab, Tirronen wehrte mit Mühe zur Seite ab. Nur Augenblicke später brannte es erneut vor dem Linzer Tor, als Kulda die Scheibe scharf in den Slot brachte und diese direkt vor Tirronen noch abgefälscht wurde, abermals blieb der finnische Schlussmann Sieger. Auch auf der Gegenseite musste Cannata weiter Schwerstarbeit verrichten. Nach einem Zuordnungsfehler der Adler rollte ein Linzer 3-auf-1-Konter auf das Villacher Tor zu. Cannata streckte sich spektakulär und vereitelte einen Steilpass auf den langen Pfosten, wo St.-Amant nach Zuspiel von Knott bereits lauerte – eine überragende Parade, die den VSV im Spiel hielt (52.). In der Folge verlagerte sich das Geschehen fast ausschließlich in die Linzer Defensivzone. Villach erhöhte den Druck, drängte auf den Anschlusstreffer, doch weder Scherbak noch Lindner konnten Tirronen mit Distanzschüssen überwinden. Linz agierte in dieser Phase abgeklärt, setzte immer wieder Nadelstiche zur Entlastung und verteidigte den gefährlichen Slotbereich mit viel Disziplin. Exakt 3:43 Minuten vor Spielende wurde es schließlich kurios. Moro brachte die Scheibe zum Tor, Collins und Romig fälschten unmittelbar vor Cannata ab, beide befanden sich dabei im Torraum und behinderten womöglich den Villacher Goalie. Cannata reklamierte umgehend, die Schiedsrichter entschieden sich dennoch für ein Video-Review, zumal auch das Tor verschoben war. Nach längerer Überprüfung fiel die Entscheidung zugunsten der Linzer aus: „Good Goal“ – der Treffer zählte. Villach nahm daraufhin sofort den Torhüter vom Eis, doch an diesem Abend schien das Glück nicht auf Seiten der Adler zu sein. Abschlüsse von Hughes und Lindner fanden keinen Weg ins Tor, während Linz mit viel Einsatz und Struktur verteidigte. 53 Sekunden vor der Schlusssirene machte schließlich Graham Knott mit dem Treffer ins leere Tor alles klar und fixierte den 3:0-Erfolg der Black Wings.

Steinbach Black Wings Linz – EC iDM Wärmepumpen VSV 3:0 ( 0:0 | 1:0 | 2:0)
Torschützen VSV:
Torschützen BWL: Würschl (PP1), Romig, Knott (EN)

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