
VSV gewinnt in Bozen mit 5:4 nach Verlängerung!
Der EC iDM Wärmepumpen VSV feierte in der Sparkasse Arena einen wahrlich hart erkämpften 5:4-Erfolg nach Verlängerung gegen den HCB Südtirol Alperia. Trotz klarer spielerischer Vorteile der Hausherren hielten die Adler dank eines überragenden Joe Cannata und großer Effizienz Schritt. Nach zwischenzeitlichem 2:4-Rückstand kämpfte sich Villach noch zurück, glich kurz vor Schluss aus und sicherte sich durch Nikita Scherbak in der Overtime den Zusatzpunkt.
1. Drittel
Bozen übernahm in der heimischen Sparkasse Arena von Beginn an das Kommando, setzte Villach mit aggressivem Forecheck früh unter Druck und ließ die Gäste kaum geordnet aus der eigenen Zone kommen. Großchancen blieben in der Anfangsphase jedoch rar. In der zweiten Spielminute kam Nikita Scherbak nach einem Turnover an der Grundlinie zu einer ersten, wenn auch ungefährlichen Möglichkeit für den VSV. Die bis dahin beste Chance der Hausherren hatte DiGiacinto in Minute fünf, als er sich über die rechte Seite durchtankte, zwei Verteidiger ausspielte und bereits Joe Cannata umkurvt hatte, im Abschlussmoment brach ihm jedoch der Schläger. Bozen blieb spielbestimmend. Gersich legte von der Grundlinie in den linken hohen Slot auf Gildon, dessen Direktabnahme Cannata nur prallen lassen konnte, ehe Villachs Defensive den Rebound klärte. Offensivaktionen der Adler blieben Mangelware, ein Entlastungsangriff von van Nes wurde von der italienischen Defensive konsequent unterbunden (6.). In der achten Minute wurde es erstmals richtig gefährlich für Bozen: Wall spielte die Scheibe scharf aus dem linken Rückraum in den Slot, Hancock fälschte ab, doch der Puck strich über die Querlatte. Der hohe Forecheck der Südtiroler bereitete den Gästen weiterhin große Probleme. In Minute zehn traf Pollock aus kurzer Distanz nur das Außennetz, zwei Minuten später hebelte ein einfacher Pass die gesamte Villacher Defensivstruktur aus. Frigo tauchte allein vor Cannata auf, scheiterte jedoch am starken Schulter-Reflex des VSV-Goalies. Villach tat sich schwer, gegen die zweikampfstarken und läuferisch überlegenen Gastgeber zu bestehen, einfache Fehlpässe ermöglichten Bozen immer wieder gute Abschlusspositionen. Die wenigen Versuche der Adler parierte Bozens Schlussmann Harvey hingegen souverän. Umso überraschender fiel der Führungstreffer für Villach 4:47 Minuten vor der ersten Pause aus. Scherbak behauptete an der rechten Halfwall die Scheibe, legte zurück auf Strong an die blaue Linie, dessen Schlagschuss Hancock vor Harvey entscheidend abschirmte – 1:0. Bozen zeigte sich davon wenig beeindruckt, kombinierte sich weiter nahezu unbehelligt durch die blau-weiße Zone. Gildon legte erneut von der Grundlinie in den Slot, gleich zwei Südtiroler standen einschussbereit, doch Cannata war zur Stelle. Wenngleich gegen den Spielverlauf, ging Villach mit einer knappen Führung in die erste Pause.
2. Drittel
Auch der Mittelabschnitt begann mit spielerischer Dominanz der Hausherren, doch Villach präsentierte sich nun strukturierter. In Minute 22 tanzte Scherbak bei einem Alleingang zwei Gegenspieler aus, kam jedoch nicht mehr zum Abschluss. Auf der Gegenseite schickte DiGiacinto seinen Mitspieler steil, doch Villachs Defensive klärte in letzter Sekunde. Eine Minute später verhinderte Harvey den zweiten Gegentreffer, als Rebernig in der Offensivzone die Scheibe eroberte, abtropfen ließ und Prodinger aus dem hohen Slot abzog. In der 24. Minute fiel dennoch das 2:0 für die Adler: Wall behauptete die Scheibe hinter dem Tor, umkurvte dieses und spielte quer in den Slot, wo Hutchison am langen Pfosten ins leere Tor einschob. In der Folge verlor die Partie etwas an Struktur. Misley prüfte Cannata mit einem Handgelenkschuss (27.), ein Villacher 3-auf-2-Konter wurde unsauber ausgespielt und blieb ohne Abschluss. In der 29. Minute wähnten sich die Hausherren erstmals im Torjubel, doch Schneiders Treffer aus dem Slot wurde wegen hohen Stocks nach Videostudium aberkannt. Danach rückte erneut Cannata in den Fokus, der auch ein Breakaway von Pascal Brunner entschärfte. Bozen erhöhte den Druck, kam zu mehreren guten Gelegenheiten und verkürzte in Minute 33: Miglioranzi chippte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Tor, Brunner fälschte direkt vor Cannata unhaltbar ab – 1:2. Die Südtiroler spielten sich nun in einen Rausch. Nach einem Zuordnungsfehler tauchte Pollock völlig frei vor Cannata auf, brachte aber keinen Druck auf seinen Rückhandschuss. 5:22 Minuten vor Drittelende folgte die erste Strafe des Spiels: Vallant traf Schneider mit dem Schläger im Gesicht – eine klare Strafe, wenngleich der Gefoulte die Situation deutlich dramatisierte. Das Powerplay blieb zunächst harmlos, doch nach einem Fehler von Strong in der eigenen Zone kam es zur doppelten Unterzahl. Maxa konnte in höchster Not nur noch mit einem Foul helfen, 40 Sekunden 5-gegen-3 folgten. Und 31 Sekunden später klingelte es: McClure erhielt die Scheibe von der Grundlinie, verlagerte nach links, wo Gildon das leere Tor vor sich hatte und zum 2:2 ausglich. Villach überstand die restliche Unterzahlphase ohne weitere Gegentreffer, doch Bozen blieb am Drücker. Strong musste wenig später erneut auf die Strafbank, diesmal wegen Cross-Checks. Vor Cannatas Kasten wurde es brenzlig, ein springender Puck landete bei McClure, dessen Abschluss aus kurzer Distanz der VSV-Goalie mit Mühe entschärfte. 16 Sekunden vor der zweiten Pause fiel schließlich das 2:3: Cannata ließ einen Schuss von Gildon prallen, Gersich drückte den Rebound trotz Drucks von drei Verteidigern über die Linie.
3. Drittel
Bozen blieb auch im Schlussdrittel die aktivere Mannschaft. Gazley kam nach einem Traumpass aus dem Slot zum Abschluss, doch Cannata parierte erneut stark (42.). Villach tat sich weiterhin schwer, ins Spiel zu finden. Hutchison musste dann auch noch wegen Beinstellens in die Kühlbox, Pollock und Samuelsson verpassten in Überzahl den nächsten Treffer. In Minute 50 verhinderte Cannata mit einer Weltklasse-Parade gegen Schneider das 2:4, nachdem Strong und Katic zuvor in der eigenen Zone die Scheibe vertändelt hatten. Kurz darauf durfte Villach erstmals in Überzahl agieren, doch ein Fehlpass von Helewka leitete einen Shorthander ein: Gazley wurde perfekt bedient, war auf und davon und bezwang Cannata im Eins-gegen-Eins – 2:4 (52.). Der VSV antwortete noch im selben Powerplay umgehend. Katic schlenzte von rechts Richtung Tor, Rebernig fälschte direkt vor Harvey über dessen Schoner ab – 3:4. Villach gewann nun an Selbstvertrauen, MacPherson verfehlte zweimal nur knapp (53.). Doch erneut brachten sich die Adler durch einfache Fehler in Gefahr, Cannata musste mehrfach eingreifen. Zwei Minuten vor Schluss verließ der VSV-Goalie seinen Kasten. Nach einem Scheibenverlust von Schneider hatte Villach die große Ausgleichschance, doch Hutchison scheiterte aus dem hohen Slot an Harvey. 1:17 vor Ende gelang schließlich doch das 4:4: Hutchison fälschte einen Schlenzer von MacPherson von der blauen Linie unhaltbar ab, rettete Blau-Weiß in die Overtime.
Overtime
In der Verlängerung hatten die Adler das bessere Ende für sich. Nach einem 3-auf-1-Konter behielt Scherbak die Übersicht, zog auf die Rückhand und bezwang Harvey mit einem Move durch die Beine – der umjubelte Siegtreffer für Villach.
HCB Südtirol Alperia – EC iDM Wärmepumpen VSV 4:5 ( 0:1 | 3:1 | 1:2 | 0:1)
Torschützen VSV: Strong, Hutchison, Rebernig (PP1), Hutchison, Scherbak
Torschützen HCB: Brunner, Gildon (PP2), Gersich (PP1), Gazley (SH1)