
Die Capitals kommen zum direkten Duell um die Pre-Playoff-Plätze nach Villach!
Nach dem enttäuschenden Auftritt bei den Pioneers Vorarlberg im “Ländle” bietet sich den Adlern bereits am morgigen Mittwoch (Stadthalle Villach, Beginn: 19:15 Uhr, live auf sporteurope.tv sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) die Chance auf Rehabilitation gegen den direkten Konkurrenten aus der Hauptstadt. Wie von Sportdirektor Herbert Hohenberger gefordert, wollen die Blau-Weißen eine gänzlich andere Herangehensweise aufs Eis bringen.
Die Ausgangssituation:
Nach einem Blick auf die aktuelle Tabellenlage zeigt sich ein differenziertes Bild. Die win2day ICE Hockey League weist den EC iDM Wärmepumpen VSV derzeit auf Tabellenrang elf aus. Nach 39 absolvierten Saisonspielen halten die Adler bei 49 Punkten, resultierend aus 16 Siegen und 23 Niederlagen. 120 erzielten Treffern stehen 133 Gegentore gegenüber, was einen Torsaldo von minus 13 ergibt. Auffällig ist dabei vor allem der im Vergleich zur Vorsaison deutlich gesunkene Punkteschnitt: Mit durchschnittlich 1,25 Punkten pro Spiel bleibt der VSV klar hinter den eigenen Erwartungen zurück. Ganz anders stellt sich die Situation bei den Vienna Capitals dar. Seit der Übernahme durch Headcoach Kevin Constantine haben die Wiener eine klare Stabilisierung erfahren und sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Mittlerweile rangieren die Capitals auf Platz sieben der Tabelle. Nach 40 Spielen stehen 55 Punkte zu Buche, eingefahren durch 18 Siege und 22 Niederlagen. 101 erzielte Tore bei 117 Gegentreffern ergeben einen negativen Torsaldo von minus 16, der jedoch die zuletzt deutlich verbesserte Form nicht vollständig widerspiegelt. Gerade die jüngsten Auftritte sprechen für die Wiener. Seit Constantine das Kommando übernommen hat, präsentieren sich die Capitals gefestigt und erfolgreich. Die letzten drei Spiele konnten allesamt gewonnen werden, aus den vergangenen zehn Begegnungen stehen insgesamt sechs Siege zu Buche. Der EC iDM Wärmepumpen VSV kann mit dieser Bilanz nicht mithalten. Zwar gewannen die Adler drei ihrer letzten fünf Partien, über die letzten zehn Spiele hinweg stehen jedoch lediglich drei Erfolge zu Buche, ein klarer Hinweis auf fehlende Konstanz. Ein Blick auf das direkte Duell spricht hingegen weiterhin für Blau-Weiß. In den letzten zehn Aufeinandertreffen gingen sieben Siege an den VSV, nur dreimal setzten sich die Wiener durch. Auch in der Villacher Stadthalle zeigt sich dieses Bild: Von den letzten fünf Heimspielen gegen die Capitals gewann der VSV drei, zwei gingen an die Wiener. Das bislang letzte direkte Duell am 16. November entschieden die Adler knapp mit 3:2 für sich. Diese Statistik gibt Villach zumindest im Head-to-Head einen leichten psychologischen Vorteil.
Der Gegner
Die Vienna Capitals zählen zu den traditionsreichsten Klubs im österreichischen Eishockey. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 gehören die Wiener zur nationalen Spitze. Bereits in ihrer Premierensaison 2001/02 in der damaligen Erste Bank Eishockey Liga gelang dem Hauptstadtklub der Einzug in die Playoffs. Bislang konnten die Capitals zwei Meistertitel feiern: 2005 sowie 2017. Besonders erfolgreich agierten die Wiener zwischen der Saison 2004/05 und den frühen 2010er-Jahren, als sie regelmäßig das Halbfinale erreichten und sich 2005 erstmals zum Champion krönten. Auch auf internationaler Ebene setzten die Capitals Akzente. Insgesamt sechsmal qualifizierte sich der Klub für die Champions Hockey League. Der bislang letzte Meistertitel datiert aus der Saison 2016/17, als mit JP Lamoureux im Tor und Abwehrstütze Jamie Fraser zwei prägende Figuren maßgeblichen Anteil am Titelgewinn hatten. Nach einer enttäuschenden Vorsaison wurde der Kader für die laufende Spielzeit grundlegend umgebaut. Im Oktober übernahm Trainer Kevin Constantine das Kommando und ersetzte den glücklosen Gerry Fleming. Zwischen den Pfosten setzt man nun auf das neue Goalie-Duo Evan Cowley und Sebastian Wraneschitz. In der Defensive wurde mit gleich vier Legionären nachgerüstet: Cole Hults, Nelson Nogier, Simon Bourque und Randy Gazzola sollen der Abwehr mehr Stabilität verleihen. Auch im Angriff setzen die Capitals auf Erfahrung und in Kärnten klingende Namen. Mitch Hults bringt internationale Qualität, während mit Benjamin Lanzinger und Marco Richter zwei österreichische Neuzugänge verpflichtet wurden. Lanzinger wurde in Villach ausgebildet und war über Jahre hinweg eine prägende Figur beim VSV, Richter ist gebürtiger Wiener und war zuletzt ebenfalls in Kärnten aktiv. Mit Christof Kromp steht ein weiterer Spieler mit VSV-Vergangenheit im Kader der Capitals. Hinzu kommt Sam Antonitsch, der in der Saison 2017/18 für den VSV auflief und mittlerweile bereits für seinen fünften Klub in der ICE Hockey League spielt. Zur Saisonmitte verstärkten sich die Wiener zudem mit dem torgefährlichen Ex-VSV-Scorer Kosmachuk. Der 31-Jährige erzielte in zwei Spielzeiten im blau-weißen Trikot insgesamt 53 Treffer und soll nun der Offensive der Capitals zusätzliche Durchschlagskraft verleihen.
Opponents and Stats to Watch:
Die Vienna Capitals setzen in dieser Saison offensiv stark auf wenige Akteure. An erster Stelle steht zweifelsohne Linden Vey, der in 39 Spielen auf 40 Punkte kommt, aufgeteilt in 11 Tore und 29 Assists. Der Spielmacher ist zudem derjenige Akteur mit der zweitbesten Scoring-Effizienz im Team von 18,6 % und gewinnt 56,5 % seiner Anspiele. Ihm folgt Carter Souch, der in 40 Einsätzen 30 Punkte sammelte, mit 16 Toren, 14 Assists und einer Plus-Minus-Bilanz von -3. Bemerkenswert ist, dass sich zwei Verteidiger unter den besten sechs Scorern befinden: Simon Bourque erzielte in 38 Spielen 6 Tore und 14 Assists (20 Punkte), während der Italo-Kanadier Randy Gazzola in 39 Spielen auf 6 Tore und 33 Assists (19 Punkte) kommt. Punktbester österreichischer Spieler ist Leon Wallner mit 13 Punktenaus 5 Toren und 8 Assists in 34 Spielen. Ex-Adler Scott Kosmachuk konnte in 11 Spielen für die Wiener Hauptstadt 2 Tore und 7 Assists erzielen (9 Punkte). Dahinter folgen mit Benjamin Lanzinger und Christof Kromp, die jeweils 7 Punkte verbuchten, zwei weitere ehemalige blau-weiße Akteure. Auf der Torhüterposition haben sich die Capitals zuletzt stabilisiert. Evan Cowley, der nominelle Einsertorhüter, kommt auf 32 Einsätze, 90 Gegentore, eine Fangquote von 90,3 % und einen Gegentorschnitt von 3,01. Bemerkenswert ist, dass er insgesamt 2,66 Tore mehr parierte, als statistisch erwartet. Sein Backup Sebastian Wraneschitz gab am Sonntag nach längerer Verletzungspause gegen den HC Bozen eindrucksvoll sein Comeback, verbuchte gleich ein Shutout. Er absolvierte bisher 12 Spiele, erhielt 21 Gegentore, kommt auf eine Fangquote von 93,27 % und einen Gegentorschnitt von 2,11, womit er zu den Top-3-Torhütern der Liga zählt. In den Special Teams bewegen sich die Wiener im oberen Mittelfeld. Im Überzahlspiel belegen sie mit einer Quote von 23,15 % (25 Treffer aus 108 Powerplays) den fünften Platz hinter dem EC iDM Wärmepumpen VSV. In Unterzahl liegen sie auf Rang acht, überstanden 79,41 % der Unterzahlsituationen unbeschadet und mussten 25 Gegentreffer in 121 Unterzahlspielen hinnehmen.
Blau-Weiße Stats & Facts:
Nach der deutlichen 1:4-Niederlage bei den Pioneers Vorarlberg offenbart sich beim EC iDM Wärmepumpen VSV erneut das schon länger bestehende Problem: Offensive und Defensive passen aktuell nicht zusammen. Über weite Strecken des Spiels agierten die Adler defensiv zu unstrukturiert, gewannen lediglich 48,93 % der Zweikämpfe und ließen den Vorarlbergern zu viel Platz. Offensiv gelang kaum etwas, die Chancenverwertung war erneut katastrophal. Gegen Vorarlberg fiel nur ein Tor aus 32 Torschüssen, zuvor gegen Fehérvár lediglich drei Treffer aus 50 Schüssen und gegen Salzburg zwei Tore aus 34 Versuchen. Insgesamt blieben von 27 kreierten Grade-A-Chancen in diesen drei Spielen nur sechs Treffer, was einer Erfolgsquote von gerade einmal 22,2 % entspricht, wobei ein Soll-Wert etwa um 33,33% liegen sollte. Topscorer Nikita Scherbak musste zuletzt verletzungsbedingt passen, hält aber in 37 Spielen bei 9 Toren und 30 Assists sowie einer positiven Plus/Minus-Bilanz von +4. Adam Helewka folgt mit 8 Toren und 19 Assists und einer Plus/Minus-Wertung von -2. Auch in den Special Teams zeigt sich ein leicht positiver Trend: Im Überzahlspiel verwandelte man 29 von 124 Möglichkeiten (23,39 %) in einen Treffer, die Unterzahlquote liegt bei 76,47 % (28 Gegentore in 119 Unterzahlsituationen), zuletzt überstand man fünf von sechs Unterzahlsituationen gegen Vorarlberg schadlos. Dennoch bleibt die Scoring-Efficiency saisonübergreifend mit 8,77 % deutlich unterdurchschnittlich, was ligaweit nur für den viertletzten Platz reicht. Die defensive und offensive Schwäche in Kombination mit mangelnder Effizienz legen die aktuellen Unzulänglichkeiten schonungslos dar.
Mittwoch, 28. Jänner | 19:15
EC iDM Wärmepumpen VSV – Vienna Capitals
Stadthalle Villach (Villach, Österreich)