Die Adler starten in Graz ins Viertelfinale!

Bereits am morgigen Dienstag (Beginn: 19:15 Uhr, live auf ORF Sport + sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) startet der EC iDM Wärmepumpen VSV in die Viertelfinal-Serie gegen die Moser Medical Graz99ers. Gespielt wird im Modus „Best of Seven“, das heißt: Jene Mannschaft, die zuerst vier Siege einfährt, steigt ins Halbfinale auf. Für die Villacher Adler ist dieses Duell zudem ein Novum: Seit der Liganeugründung haben die Blau-Weißen noch nie eine Playoff-Serie gegen die Steirer bestritten.

Die Ausgangssituation vor den Pre-Playoffs

Der EC iDM Wärmepumpen VSV beendete den Grunddurchgang der ICE Hockey League auf dem achten Tabellenrang und musste damit den Weg über die Pre-Playoffs antreten, die sie erfolgreich mit 2:0 gegen die Steinbach Black Wings Linz für sich entscheiden konnten. Nach 48 absolvierten Begegnungen stehen für die Blau-Weißen 21 Siege und 27 Niederlagen zu Buche. In der Offensive erzielten die Villacher 148 Treffer, während defensiv 166 Gegentore zugelassen wurden, womit sich ein Torsaldo von minus acht ergibt. Mit insgesamt 63 Punkten erreichten die Adler einen Punkteschnitt von 1,31 pro Spiel.

Demgegenüber präsentierten sich die Graz 99ers im Grunddurchgang als das konstanteste Team der Liga. Die Steirer sicherten sich am letzten Spieltag noch den ersten Tabellenplatz vor dem EC-KAC und beendeten damit die reguläre Saison als Sieger. Aus 48 Partien resultierten 34 Siege bei 14 Niederlagen, was einen Punkteschnitt von 2,12 bedeutet. Auch statistisch unterstreichen die Grazer ihre starke Saison: Mit 163 erzielten Treffern bei lediglich 102 Gegentoren stellen sie nicht nur die beste Defensive der Liga, sondern weisen mit +61 auch das mit Abstand beste Torverhältnis auf.

Ein Blick auf die aktuelle Formkurve zeigt beim VSV eine durchaus positive Entwicklung. Aus den letzten fünf Spielen konnten die Adler drei Siege verbuchen, darunter auch zwei Erfolge in der Pre-Playoff-Serie gegen die Steinbach Black Wings Linz. Dem stehen Niederlagen gegen die Graz 99ers sowie gegen den HC Pustertal gegenüber. Insgesamt gelangen den Villachern in den vergangenen zehn Partien sechs Siege bei vier Niederlagen.

Die Moser Medical Graz 99ers mussten hingegen nicht den Umweg über die Pre-Playoffs nehmen und konnten sich direkt auf das Viertelfinale vorbereiten. Auch ihre jüngsten Resultate unterstreichen die starke Form: Vier Siege aus den letzten fünf Spielen stehen zu Buche, einzig gegen den HC Bozen mussten sich die Steirer geschlagen geben. Über die letzten zehn Begegnungen hinweg holten die Grazer sogar acht Siege bei lediglich zwei Niederlagen.

Besonders bemerkenswert ist zudem der historische Kontext dieses Duells: Die bevorstehende Playoff-Serie zwischen dem VSV und den Grazern stellt ein Novum dar. Seit der Liganeugründung kam es noch zu keinem einzigen Playoff-Aufeinandertreffen zwischen beiden Mannschaften. Blickt man jedoch weiter in die Vergangenheit, existieren durchaus historische Parallelen. Vor der Gründung der heutigen Graz 99ers trat in der steirischen Landeshauptstadt der EC Graz – auch bekannt als „die Elefanten“ – an. Gegen diese Organisation bestritt der VSV bereits mehrere Playoff-Serien. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Finalduelle der frühen 1990er-Jahre: In der Saison 1992/93 setzte sich Villach im Finale mit 3:0 in der Serie durch und sicherte sich damit den dritten Meistertitel der Klubgeschichte. Bereits ein Jahr zuvor, in der Spielzeit 1991/92, gewann der VSV ebenfalls das Finale gegen den EC Graz – damals mit 2:0 in der Serie – und errang damit seinen zweiten Meistertitel. Teil der beiden damaligen Meisterteams war auch der heutige VSV-Sportdirektor Herbert Hohenberger.

Der Gegner im Fokus: Moser Medical Graz 99ers

Die Moser Medical Graz 99ers gehen in der laufenden Saison mit einem überwiegend neu formierten Kader an den Start. Seit dem Einstieg von Mäzen Herbert Jerich in der vergangenen Spielzeit investierten die Steirer gezielt in namhafte Verstärkungen und hoben die Qualität des Teams deutlich an. Trotz des großen personellen Umbruchs blieben einige Konstanten erhalten, die weiterhin das sportliche Rückgrat der Mannschaft bilden: Kevin Roy, Markus Vela, Lukas Haudum, Paul Huber sowie der deutsche Verteidiger Korbinian Holzer geben dem Grazer Spiel Stabilität und Struktur.

Das Angriffsspiel wird durch mehrere zentrale Neuzugänge ergänzt. Besonders hervorzuheben ist Chris Collins, der vier Jahre lang für die Villacher Adler auflief und in dieser Zeit 70 Treffer erzielte. Ebenfalls neu im Kader ist Torhüter Maxim Lagacé, der aus der schwedischen SHL nach Graz wechselte. In den vergangenen beiden Jahren stand der 33-Jährige bei Färjestad BK zwischen den Pfosten und bringt zudem NHL-Erfahrung aus insgesamt 20 Einsätzen für Tampa Bay Lightning, Vegas Golden Knights und Pittsburgh Penguins mit. Für zusätzliche Qualität in der Defensive sorgt der erfahrene Nick Bailen, der bereits in der finnischen Liiga, der DEL sowie der KHL aktiv war und in der Vorsaison phasenweise für die Steirer zum Einsatz kam.

Auch an der Bande vollzogen die Grazer einen markanten Schnitt: Trainer Harry Lange, der den sportlichen Umbruch zunächst begleitete, wurde mittlerweile durch den Kanadier Dan Lacroix ersetzt. Unter seiner Führung präsentierte sich die Mannschaft deutlich stabiler, erfolgreicher und spielfreudiger, was sich auch in der starken Bilanz seit Mitte November widerspiegelt.

Zusätzliche Brisanz erhält das bevorstehende Viertelfinale aus Villacher Sicht durch mehrere Akteure mit blau-weißer Vergangenheit im Grazer Kader. Nicolas Wieser, gebürtiger Villacher, absolvierte den Großteil seiner Nachwuchsausbildung beim VSV, während Nico Brunner ebenfalls aus der Villacher Talenteschmiede stammt und rund ein Jahrzehnt lang das blau-weiße Trikot trug. Komplettiert wird das Trio durch Chris Collins, der ebenfalls vier Saisonen lang in Villach auf Torejagd ging.

Bei den Grazern gilt es besonders auf zwei Schlüsselspieler zu achten: Lukas Haudum, gebürtiger Oberösterreicher, der den Großteil seiner Karriere beim EC KAC verbrachte, kommt in 46 Saisonspielen auf 10 Tore und 42 Assists (52 Punkte) bei einer Plus-Minus-Wertung von +20. Nick Bailen steuerte in 39 Partien 11 Tore und 39 Assists bei – insgesamt 50 Punkte bei einem Punkteschnitt von 1,28 und einer Plus-Minus-Bilanz von +17. Die meisten Tore erzielte Chris Collins: In 46 Spielen brachte er es auf 21 Treffer und 13 Assists bei der besten Plus-Minus-Wertung des Teams (+23) und einer teamintern führenden Scoring-Efficiency von 17,4 %.

In den Special Teams sind die Steirer ebenfalls beeindruckend: Im Powerplay rangieren sie mit 39 Treffern aus 155 Möglichkeiten (25,16 %) auf Platz eins der Liga, in Unterzahl kassierten sie nur 22 Gegentore in 143 Situationen (84,62 %), ebenfalls Ligabestwert. Torhüter Lagacé unterstreicht die Dominanz zusätzlich: 35 Einsätze, 70 Gegentore, ein Gegentorschnitt von 2,01 sowie eine Fangquote von 91,98 %. Zudem parierte er 6,21 Treffer mehr als statistisch erwartet und weist bei Schüssen aus dem Slot eine Fangquote von 85,23 % auf.

Auch in den Faceoffs zeigen die Grazer ihre Stärke: Insgesamt gewinnen sie 54,02 % ihrer Bullys, getragen von Haudum (58,2 %), Markus Vela (54,7 %) und Michael Schiechl (54,5 %). Statistisch gesehen erzeugen die Steirer über 60 Minuten im Schnitt 1,3 erwartete Tore mehr als ihre Gegner, gewinnen 53,04 % ihrer Zweikämpfe und zählen damit zu den zweikampfstärksten Teams der Liga. Zudem verfügen sie über den größten Puckbesitz der Liga: Im Durchschnitt halten sie den Puck rund 4 Minuten und 33 Sekunden länger in der Offensivzone als in der Defensive.

Der EC iDM Wärmepumpen VSV im Fokus

Der EC iDM Wärmepumpen VSV erlebte in dieser Saison eine Spielzeit der Ausschläge. Zwischenzeitlich rangierten die Adler in den Top sechs der Tabelle, ehe ein deutlicher Leistungsabfall sie kurzfristig aus den Pre-Playoff-Rängen rutschen ließ. Erst im Endspurt stabilisierte sich die Mannschaft unter Cheftrainer Pierre Allard nachhaltig und schloss den Grunddurchgang auf Rang acht ab.

In der Pre-Playoff-Serie gegen die Steinbach Black Wings Linz meisterten die Adler ihre erste Pflicht dann jedoch mit Bravour. Das erste Heimspiel entschieden sie nach Verlängerung knapp mit 2:1, dank eines Goldtores von Kevin Hancock. Im Rückspiel auswärts legten die Villacher nach und siegten souverän mit 5:1, wodurch der Einzug ins Viertelfinale gesichert war und die Wahl der Grazer schließlich auf den VSV fiel.

Gerade in diesen Pre-Playoffs zeigten die Adler eine deutliche Leistungssteigerung. In beiden Duellen waren sie statistisch die bessere Mannschaft und auch optisch die dominierende Seite. Mit 51,56 % gewonnenen Zweikämpfen übertrafen sie deutlich ihren bisherigen Saisonwert von knapp unter 50 %. Offensiv generierten die Villacher viel Druck: Sie konnten 8,62 erwartete Tore (xG) in sechs tatsächliche Treffer ummünzen, darunter ein Empty-Net-Treffer von Adam Helewka.

Auch in der Kontrolle über den Puck zeigten sich die Adler verbessert. Die Turnover, die im Saisonschnitt noch bei 24,65 pro Spiel lagen, konnten in beiden Pre-Playoff-Spielen auf einen Schnitt von 20,5 reduziert werden. Besonders stark präsentierte sich Torhüter Joe Cannata, der in seinen beiden Einsätzen nur zwei Gegentore zuließ, auf eine Fangquote von 97,18 % kam und einen Gegentorschnitt von 0,89 erzielte. Zudem parierte er 5,77 erwartete Tore mehr, als statistisch von ihm prognostiziert.

Bei den Feldspielern ragten mehrere Akteure heraus: Joel Teasdale sammelte in zwei Partien drei Punkte (zwei Tore, eine Vorlage) und eine Plus-Minus-Bilanz von +3. Kevin Hancock prägte das erste Duell offensiv entscheidend mit zwei Treffern und weist ebenfalls eine Plus-Minus-Wertung von +3 auf. Im Defensivverbund stach Thomas Vallant hervor: Mit durchschnittlich 17:03 Minuten Eiszeit pro Spiel blockierte er insgesamt sechs Abschlüsse, leitete vier Torchancen ein, setzte neun Hits und war der Verteidiger mit den wenigsten Turnovers. Zudem gewann er 52,11 % seiner Zweikämpfe.

Die Pre-Playoff-Duelle zeigten somit, dass der VSV sowohl offensiv als auch defensiv deutlich zugelegt hat.

Viertelfinale 1 | Dienstag, 10. März 2026 | 19:15
Moser Medical Graz99ers – EC iDM Wärmepumpen VSV
Merkur Eisstadion (Graz, Österreich)

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