
Blau-Weiß kann in Linz das Playoff-Ticket buchen!
Der EC iDM Wärmepumpen VSV hat sich mit einem 2:1-Erfolg nach Verlängerung im Auftaktspiel der Best-of-3-Serie gegen die Steinbach Black Wings Linz eine hervorragende Ausgangsposition gesichert und kann bereits morgen in Oberösterreich (Beginn: 19:15 Uhr, live auf sporteurope.tv sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) das Ticket für das Viertelfinale lösen.
Die Ausgangssituation vor den Pre-Playoffs
Das erste Duell der Pre-Playoffs offenbarte schnell, was im Vorfeld zu erwarten war: ein klassisches, intensiv umkämpftes Playoff-Match zwischen dem EC iDM Wärmepumpen VSV und den Steinbach Black Wings Linz. Diese Begegnung ist zugleich ein weiteres Kapitel einer langjährigen Rivalität, die seit dem blau-weißen Meistertitel der Saison 2005/06 bereits mehrfach in Playoff-Serien ihren Ausdruck fand. Insgesamt standen sich die beiden Teams bislang in fünf Serien gegenüber, Villach konnte zwei davon für sich entscheiden, Linz drei. Damit handelt es sich um die am häufigsten ausgetragene Playoff-Paarung für den VSV in der Liga-Historie seit dem letzten Meistertitel der Adler. Mit einem weiteren Sieg und damit dem zweiten Erfolg im Best-of-3-Format hätte der VSV die Chance, die Serie bereits vorzeitig zu entscheiden. In der Linzer Eisarena erwartet die Blau-Weißen jedoch ein anspruchsvolles Unterfangen. Die Black Wings präsentieren sich dort traditionell stark: Von 24 Heimspielen in dieser Saison gingen 15 an die Oberösterreicher, lediglich neun mussten sie abgeben. Auffällig ist dabei die Offensivstärke zu Hause, im Schnitt erzielen sie 3,46 Treffer pro Partie und kassieren nur 2,46 Gegentore, während die Auswärtsbilanz deutlich schwächer ausfällt, lediglich 2,41 erzielte Tore stehen 3,70 Gegentore pro Spiel gegenüber. Der VSV hingegen gehört auswärts zu den besseren Teams der Liga: In 24 Gastspielen gelangen den Blau-Weißen neun Siege bei 15 Niederlagen. Die Effektivität vor dem Tor war dabei etwas eingeschränkt, mit einem Schnitt von 2,87 erzielten Treffern bei durchschnittlich 3,45 Gegentoren pro Partie. Die jüngsten direkten Duelle geben den Linzern einen leichten Vorteil: Von den vergangenen zehn Begegnungen entschied der VSV vier für sich, sechs gingen an die Black Wings. Besonders in Linz tun sich die Adler schwer: Von den letzten fünf Gastspielen konnte lediglich das erste Saisonmatch am 26. September mit 8:3 gewonnen werden, die übrigen vier Partien gingen allesamt an die Gastgeber. Für den EC iDM Wärmepumpen VSV markiert diese Serie zugleich eine Premiere: Seit Einführung der Pre-Playoffs in der Liga bestreiten die Adler erstmals eine Serie auf diesem Wege. Die Black Wings hingegen bringen entsprechende Erfahrung mit: In der Pre-Playoffs-Saison 2022/23 setzten sie sich nach anfänglicher Niederlage mit 2:1 gegen die Graz99ers durch und drehten die Serie mit einem 6:2- sowie einem 3:0-Erfolg.
Der Gegner im Fokus: Steinbach Black Wings Linz
Die EHC Black Wings Linz gehen mit einem weitestgehend eingespielten Grundgerüst in diese Pre-Playoff-Serie. An der Bande steht weiterhin Klublegende Philipp Lukas, der als Cheftrainer fungiert und mit nahezu 1000 absolvierten Partien im Trikot der Oberösterreicher zu den prägendsten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte zählt. Zwischen den Pfosten bleibt Rasmus Tirronen die unumstrittene Nummer eins. Der Finne absolviert seine fünfte Saison in der Liga, vier davon im Dress der Linzer, nachdem er zuvor eine Spielzeit bei Fehérvár verbracht hatte. In 42 Ligaeinsätzen weist Tirronen einen Gegentorschnitt von 2,63 auf, seine Fangquote liegt bei knapp über 90 Prozent, seine persönliche Bilanz bei 20 Siegen, 21 Niederlagen und fünf Shutouts. Bemerkenswert ist zudem, dass er statistisch 1,29 Treffer mehr parierte, als es die zugrunde liegenden Erwartungswerte prognostizierten. Backup Thomas Höneckl kam in acht Partien zum Einsatz, verbuchte zwei Siege bei fünf Niederlagen und einer Einwechslung, bei einem Gegentorschnitt von 4,29 sowie einer Fangquote von 86,1 Prozent. Offensiv setzen die Stahlstädter auf bewährte Qualität. Das offensive Epizentrum bildet weiterhin Graham Knott, der in 46 Spielen 21 Tore und 29 Assists verbuchte und mit 50 Punkten die teaminterne Scorerliste anführt. Dahinter folgen Neuzugang Travis Barron, der aus der ECHL kam und in 46 Einsätzen 18 Tore sowie 24 Assists (42 Punkte) beisteuerte, sowie Kapitän Brian Lebler, der in 49 Spielen 21 Treffer und 20 Assists (41 Punkte) sammelte. Ergänzt wird die erfahrene Achse durch Shawn St.-Amant. Auffällig ist zudem die Vielzahl an Akteuren mit Villach-Bezug: Gerd Kragl lief 2017/2018 für den VSV auf, Luis Lindner durchlief die blau-weiße Kaderschmiede, Thomas Höneckl spielte zwischen 2012 und 2015 in Villach, Julian Pusnik entstammt ebenfalls dem Nachwuchs, Andreas Kristler verbrachte mehrere Jahre in Villach und Tim Geifes stand von 2022 bis 2024 im Kader der Adler. In den Special Teams präsentieren sich die Linzer statistisch solide. Im Powerplay verwerten sie 29 von 138 Gelegenheiten, was einer Erfolgsquote von 21,01 Prozent entspricht. In Unterzahl agieren sie mit einer Quote von 80,75 Prozent stabil und mussten 31 Gegentreffer in 161 Unterzahlsituationen hinnehmen. Dennoch offenbart der Blick auf die Gesamtsaison gewisse Defizite: Mit 150 Gegentreffern in 49 Spielen (3,06 pro Partie) agiert die Defensive nicht mehr auf jenem Niveau, das in den vergangenen Jahren als Markenzeichen galt. Im Zweikampfverhalten hingegen zählen die Linzer weiterhin zu den stärkeren Teams der Liga. Mit einer Quote von 51,8 Prozent gewonnener Duelle rangieren sie unter den sechs zweikampfstärksten Mannschaften, im Schnitt verzeichnen sie 26 Hits pro Partie und blockieren 14 gegnerische Schüsse – Letzteres zählt ligaweit zu den Spitzenwerten.
Der EC iDM Wärmepumpen VSV im Fokus
Ein Blick auf die Special Teams zeigt solide Werte der Villacher. In dieser Saison konnte der VSV 33 seiner 146 Überzahlsituationen in Treffer ummünzen, was einer Powerplay-Effizienz von 22,6 Prozent entspricht. Auch das Unterzahlspiel präsentierte sich im Saisonverlauf zunehmend stabiler: In ebenso 146 Penalty-Killing-Situationen mussten die Adler lediglich 32 Gegentore hinnehmen, womit sich eine Erfolgsquote von 78,08 Prozent ergibt. Deutlich verbessert zeigte sich der VSV zuletzt zudem am Faceoff-Punkt, saisonübergreifend liegt die Erfolgsquote mittlerweile bei 52,06 Prozent. Als verlässlichster Akteur am Bullykreis gilt weiterhin Brett Budgell, der 57,31 Prozent seiner Anspiele für sich entscheidet, dahinter folgt Kevin Hancock mit einer Quote von 52,39 Prozent. Wie stark sich dieser Bereich zuletzt entwickelte, unterstrich insbesondere die jüngste Partie gegen Linz: Von insgesamt 68 Bullys gewannen die Villacher 41, eine Erfolgsquote von über 60 Prozent. Das Auftaktduell entwickelte sich zu einem taktisch geprägten Low-Scoring-Game. Trotz jeweils über zwei erwarteter Tore auf beiden Seiten stand es nach regulärer Spielzeit lediglich 1:1. In der Verlängerung erhöhte der VSV den Druck erheblich und dominierte das Spielgeschehen klar, das Torschussverhältnis von 19:1 in der Overtime spricht eine deutliche Sprache. Dennoch gelang es den Adlern zunächst nicht, die Scheibe über die Linie zu bringen, obwohl allein in der Verlängerung bereits 2,09 erwartete Tore generiert wurden. Erst nach 74 Minuten und sechs Sekunden erlöste schließlich Kevin Hancock den VSV mit dem entscheidenden Treffer. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte dabei die Linie um Hancock, Nikita Scherbak und Maximilian Rebernig. Vor allem Scherbak erwies sich als zentraler Impulsgeber und bereitete beide Treffer vor. Beim ersten Tor leitete er die Szene mit einer sehenswerten Körpertäuschung ein, beim entscheidenden Treffer in der Overtime brachte Michael Kernberger die Scheibe zu Hancock an den linken Bullykreis, von wo aus dieser aus spitzem Winkel erfolgreich abschloss. Herausragend präsentierte sich einmal mehr Torhüter Joe Cannata. Von 26 Schüssen auf sein Tor parierte er 25 und kam damit auf eine exzellente Fangquote von 96,15 Prozent. Zudem verhinderte er statistisch 1,99 Treffer mehr als zu erwarten gewesen wären und entschärfte vier Breakaways sowie zwei gefährliche Rush-Chancen der Linzer. Auch strukturell zeigte sich der VSV defensiv gut organisiert. In der eigenen Zone ließen die Villacher nur wenige hochwertige Chancen zu, lediglich zehn der insgesamt 26 Linzer Torschüsse entstanden aus etablierten Offensivzonensituationen, während die übrigen Abschlüsse vor allem aus Überzahlsituationen oder schnellen Gegenstößen resultierten. Darüber hinaus präsentierten sich die Adler auch im physischen Spiel stabil. In den Zweikämpfen erreichten sie eine Erfolgsquote von 50,76 Prozent und setzten 31 Hits. Ebenso überzeugend gestaltete sich das Spiel beim Verlassen der eigenen Zone: Mit einer Erfolgsquote von 83,64 Prozent bei den Zone Exits lag der VSV deutlich über dem bisherigen Saisonschnitt und konnte so wiederholt kontrolliert den Spielaufbau einleiten.
Freitag, 6. März 2026 | 19:15 Uhr
Steinbach Black Wings Linz – EC iDM Wärmepumpen VSV
LINZ AG Eisarena (Linz, Österreich)