
Blau-Weiß steht in Wien unter Zugzwang!
Nach dem lang ersehnten 6:2-Heimsieg gegen Tabellenschlusslicht Innsbruck wollte der EC iDM Wärmepumpen VSV eigentlich an die positive Leistung anknüpfen. Im Auswärtsspiel bei den Steinbach Black Wings Linz blieben die Adler jedoch mit 0:3 blass und ohne eigenen Treffer. Am morgigen Montag (19:15 Uhr, live auf sporteurope.tv und im Eishockey-Magazin von Radio Kärnten) wartet nun das nächste wichtige Gastspiel in Wien. Ziel ist es, die Offensive endlich wieder in Schwung zu bringen und dringend benötigte Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs einzufahren.
Die Ausgangssituation
Nach dem 6:2-Heimerfolg über das Tabellenschlusslicht Innsbruck wollte der EC iDM Wärmepumpen VSV eigentlich eine Trendwende einleiten. Doch die Luft, die man sich damit verschafft hatte, ist inzwischen wieder verraucht: Villach rutschte auf Tabellenplatz neun ab. Nach 32 Spielen stehen 13 Siege, 19 Niederlagen und eine Siegquote von 40,6 % zu Buche. Bei 99 erzielten und 108 kassierten Treffern beträgt das Torsaldo nun -9, von 96 möglichen Punkten wurden 42 gesammelt. Die jüngste Bilanz ist alarmierend: Aus den letzten 13 Partien konnten die Adler nur zwei Siege verbuchen. Positiv stimmt immerhin, dass die Auswärtsbilanz noch Lichtblicke bietet: Platz sieben in der Liga mit sechs Siegen aus 16 Gastspielen, auch wenn zuletzt sechs Auswärtsniederlagen in Serie folgten. Am morgigen Montag steht ein weiteres Schlüsselspiel auf dem Programm: Der VSV gastiert bei den Vienna Capitals. Die Wiener verzeichneten in der jüngsten Vergangenheit einen leichten Aufwärtstrend, konnten fünf der letzten sieben Spiele für sich entscheiden und liegen mit 42 Punkten aus 33 Spielen (14 Siege, 19 Niederlagen, Torsaldo -14) erstmals seit Langem wieder in den Top-10. Das Head-to-Head spricht zumindest für Villach: Aus den letzten zehn Duellen zwischen dem VSV und Wien gingen sieben Siege an die Adler. Besonders in Wien fühlen sich die Blau-Weißen wohl: Die letzten vier Gastspiele in der Bundeshauptstadt konnten gewonnen werden, zuletzt sogar zweimal ohne Gegentor (4:0 und 3:0). Nun gilt es für die Adler, an diese positiven Erinnerungen anzuknüpfen, die Offensive wieder zu beleben und dringend Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs zu sammeln.
Der Gegner:
Die Vienna Capitals zählen zu den traditionsreichsten Klubs im österreichischen Eishockey. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 mischen die Wiener an der nationalen Spitze mit. Bereits in ihrer Premierensaison 2001/02 in der damaligen Erste Bank Eishockey Liga gelang der Einzug in die Playoffs. Zwei Meistertitel stehen bislang zu Buche: 2005 sowie 2017. Besonders erfolgreich agierten die Capitals zwischen 2004/05 und den frühen 2010er-Jahren, als sie mehrfach das Halbfinale erreichten und 2005 ihren ersten Titel holten. Auch international setzten die Wiener Akzente: Sechsmal qualifizierten sie sich für die Champions Hockey League. Der bislang letzte Meistertitel datiert aus der Saison 2016/17 – mit JP Lamoureux im Tor und Abwehrstütze Jamie Fraser als prägende Figuren. Nach einer enttäuschenden Vorsaison haben die Capitals ihren Kader heuer grundlegend umgebaut. Trainer Kevin Constantine übernahm im Oktober das Ruder und ersetzte den glücklosen Gerry Fleming. Im Tor bilden Evan Cowley und Sebastian Wraneschitz das neue Duo, während die Defensive mit vier Legionären – Cole Hults, Nelson Nogier, Simon Bourque und Randy Gazzola – verstärkt wurde, um mehr Stabilität zu bringen. Auch im Angriff setzt man auf Erfahrung und bekannte Namen: Mitch Hults sorgt ebenso für Durchschlagskraft wie die österreichischen Neuzugänge Benjamin Lanzinger – in Villach ausgebildet und jahrelang prägende Figur beim VSV – und Marco Richter, gebürtiger Wiener, zuletzt in Kärnten aktiv. Mit Christof Kromp steht ein weiterer Spieler mit VSV-Wurzeln im Capitals-Kader. Ex-VSV-Spieler Sam Antonitsch, der 2017/18 in Villach auflief, läuft nun für seinen fünften ICEHL-Klub auf. Zudem holten die Wiener zur Saisonmitte den torgefährlichen Ex-VSV-Scorer Kosmachuk zurück: Der 31-Jährige netzte in zwei Saisonen in Blau-Weiß 53 Tore ein und soll nun die Offensive der Capitals verstärken.
Opponents and Stats to Watch:
Die Vienna Capitals zeigen in der laufenden Saison ein ebenso interessantes wie widersprüchliches statistisches Profil. In den Special Teams liegen Licht und Schatten dicht beieinander. Vor allem das Powerplay stellt eine der großen Stärken der Wiener dar: 23 Treffer aus 91 Überzahlsituationen ergeben eine Erfolgsquote von 25,27 Prozent, ligaweit der drittbeste Wert. Deutlich weniger konstant präsentiert sich hingegen das Unterzahlspiel. Mit 21 Gegentoren in 105 Penaltykills liegt die Erfolgsquote bei 80,00 Prozent, was lediglich Rang neun im Ligavergleich bedeutet. Abseits der Special Teams offenbaren sich weitere Facetten. Die Scoring Efficiency fällt mit 9,72 Prozent klar unterdurchschnittlich aus, was auf eine insgesamt geringe Chancenverwertung schließen lässt. Demgegenüber steht eine starke Performance am Faceoff-Punkt: Mit einer Quote von 51,13 Prozent zählen die Capitals zu den besseren Teams der Liga. Defensiv ist unter Trainer Kevin Constantine zudem eine klare Stabilisierung erkennbar. Nimmt man die jüngste 1:6-Niederlage gegen Red Bull Salzburg aus der Betrachtung, mussten die Wiener zuletzt am 7. Dezember – ebenfalls gegen die Salzburger – mehr als drei Gegentore hinnehmen. Diese defensive Struktur ging zuletzt allerdings zulasten der Offensive: In den vergangenen fünf Spielen gelangen den Capitals lediglich neun Treffer, was einem Schnitt von 1,6 Toren pro Partie entspricht. Individuell wird das Offensivspiel von Linden Vey getragen. Der technisch versierte Center führt die interne Scorerwertung mit acht Toren und 24 Assists aus 32 Spielen an. Bester Torschütze ist Carter Souch, der bislang 14 Treffer sowie zehn Vorlagen beisteuerte. Aus blau-weißer Sicht besonders im Fokus steht Christof Kromp: Der Ex-Adler hält bei sieben Punkten (drei Tore, vier Assists) in 33 Einsätzen. Winterneuzugang Ex-VSV-Scorer Kosmachuk fügte sich rasch ein und sammelte in sieben Spielen zwei Tore und fünf Assists.
Blau-Weiße Stats & Facts:
Die 0:3-Auswärtsniederlage in Linz änderte an den individuellen blau-weißen Saisonstatistiken nichts, legte jedoch einmal mehr die jüngsten offensiven Probleme offen. Aus insgesamt 27 Torschüssen gelang es dem EC iDM Wärmepumpen VSV lediglich, vier sogenannte Grade-A-Chancen zu kreieren – ein Treffer blieb den Adlern gänzlich verwehrt. Insgesamt präsentiert sich die Offensive zuletzt zu harmlos: In den vergangenen sechs Spielen erzielte Blau-Weiß lediglich zwölf Tore, was einem Schnitt von genau zwei Treffern pro Partie entspricht. Seit dem Amtsantritt von Head Coach Pierre Allard ist die durchschnittliche Torproduktion damit von 3,36 auf 2,6 Tore pro Spiel gesunken, das entspricht einem Rückgang von rund 22,6 Prozent, der den Handlungsbedarf klar unterstreicht. Zu profilieren wusste sich in Oberösterreich einmal mehr Torhüter Joe Cannata. Der US-Amerikaner zeigte eine starke Leistung und parierte 26 von 28 Torschüssen, bei den beiden Gegentreffern war er chancenlos. Besonders bemerkenswert: Cannata entschärfte fünf Grade-A-Chancen, darunter drei Breakaways der Linzer, und verhinderte laut Expected-Goals-Modell insgesamt 1,1 Tore mehr als statistisch zu erwarten gewesen wären. Trotz der Niederlage gab es zumindest kleinere positive Ansätze im Spiel der Adler zu erkennen. Die Zonenaustritte gelangen deutlich strukturierter, verließ Blau-Weiß doch in 83,1 Prozent der Fälle die eigene Zone geordnet und mit Scheibenkontrolle. Zudem gewann die Mannschaft von Head-Coach Pierre Allard 51,4 Prozent der Zweikämpfe und setzte mit 38 Hits auch physisch einige Akzente.
Montag, 5. Jänner 2026 | 19:15
Vienna Capitals – EC iDM Wärmepumpen VSV
STEFFL Arena (Wien, Österreich)