Defensiv makelloser VSV gewinnt gegen Wien mit 4:1!

Der EC iDM Wärmepumpen VSV feierte am Mittwochabend in der Villacher Stadthalle einen letztlich verdienten 4:1-Heimsieg gegen die Vienna Capitals, musste dafür aber über weite Strecken harte Arbeit verrichten. Ausschlaggebend waren eine insgesamt sehr stabile Defensivleistung, ein starker Joe Cannata im Tor sowie eine im Vergleich zu Wien bessere Effizienz in den entscheidenden Momenten.

1. Drittel

Die Partie begann gleich mit einem frühen Warnschuss der Gäste, denn Wien kam wie aus der Pistole geschossen aus der Kabine, profitierte von einem ungenauen Aufbaupass von Katic und konterte gefährlich. Cannata ließ den ersten Abschluss zwar prallen, doch Lanzinger verpasste aus dem Slot den Rebound nur knapp. Kurz darauf erhielt Villach ein verlängertes Powerplay, nachdem Sam Antonitsch bei blau-weißem Puckbesitz ein Haken begang. Die Adler erspielten sich dabei gute Möglichkeiten, Lindner scheiterte aus spitzem Winkel an Wraneschitz, der in höchster Not mit der Schulter parierte. Auch Helewka prüfte den Wiener Goalie aus dem rechten Bullykreis, traf aber nur das Außennetz (5.). Villach übernahm in der Folge zunehmend die Kontrolle. In Minute sieben zog Vallant von der blauen Linie ab, Wraneschitz parierte sicher. Wenig später lief Hutchison einen 2-auf-1-Konter, sein Abschluss von links sprang gefährlich in den Slot, erreichte aber keinen Abnehmer. Trotz spielerischer Vorteile blieb Villach anfällig für Konter. Souch kam aus dem hohen Slot zum Abschluss, Cannata konnte den Flachschuss nur mit Mühe entschärfen. In Minute zehn musste Villach erstmals in Unterzahl agieren, Wall stoppte einen Gegenstoß mit einem hohen Stock und traf einen Wiener im Gesicht. Das Wiener Powerplay lief gefällig, die beste Chance hatte Zane Franklin kurz vor Ablauf der Strafe, Cannata verhinderte mit einer starken Parade aufs lange Kreuzeck den Rückstand. Auch danach blieben die Adler tonangebend, ohne zwingend zu werden. Wien lauerte auf Umschaltmomente, Villach fehlte im letzten Drittel oft die zündende Idee. In Minute 16 hatte Wien die große Möglichkeit zur Führung: Nach gewonnenem Faceoff wurde Linden Vey im Slot mustergültig bedient, Cannata parierte den One-Timer mit der Stockhand. Drei Minuten vor Drittelende wackelte die Villacher Defensive erneut, Franklin brachte die Scheibe in den Slot, beinahe stocherte ein Wiener Akteur sie über die Linie, doch Cannata warf sich spektakulär auf den Puck. Im direkten Gegenzug vergab Maxa nach Scheibengewinn an der offensiven blauen Linie einen Alleingang, Wraneschitz reagierte weltklasse. Kurz vor der Sirene musste Cannata nochmals nach einem verlorenen Faceoff gegen Lanzinger retten. Mit Ablauf des Drittels erhielt Villach nochmals ein Powerplay, nachdem Franklin Wall mit einem Kniecheck erwischte – und diesmal schlugen die Adler zu. Über Umwege kam die Scheibe in den Slot, van Nes stand goldrichtig. Den ersten Abschluss parierte Wraneschitz zwar noch sensationell, beim Nachschuss war er aber machtlos. Villach ging mit einer 1:0-Führung in die erste Pause.

2. Drittel

Der zweite Abschnitt begann mit starkem Wiener Druck. Nach einem Turnover von Maxa in der offensiven Zone lief Wien einen 3-auf-1-Konter, Linden Vey scheiterte aus dem Slot hauchdünn am Kreuzeck (22.). Die Partie wurde nun deutlich physischer, Villach setzte mit hohem Forecheck Akzente und zwang die Capitals zu mehreren Icings. Spielerisch konnten die Adler daraus aber zunächst kein Kapital schlagen. Eine gute Gelegenheit ergab sich, als Vallant die Scheibe in der Zone hielt, auf Strong verlagerte und Wallenta aus dem hohen Slot abschloss – Wraneschitz hatte jedoch freie Sicht und parierte sicher (25.). Hughes eroberte kurz darauf in der Rundung stark die Scheibe, zog vors Tor, suchte jedoch den Pass statt den Abschluss, die Chance verpuffte. In Minute 29 jubelte Villach kurzzeitig: Maxa behauptete sich hinter dem Tor, versuchte den Bauerntrick und umkurvte das Gehäuse, doch nach Videostudium entschieden die Schiedsrichter korrekt, dass die Scheibe die Linie nicht überquert hatte. Wenig später hatte Wall Pech, sein Schlenzer vom linken Bullykreis landete am Pfosten, die Fanghand von Wraneschitz griff ins Leere. In Spielminute 34 folgte dann die verdiente Belohnung für Blau-Weiß. Thomas Vallant, der eine herausragende Partie ablieferte, brachte die Scheibe von der blauen Linie Richtung Tor, Maximilian Rebernig fälschte entscheidend durch die Beine von Wraneschitz ab – 2:0 für Villach. Wien kam danach nur noch vereinzelt zu Abschlüssen, etwa durch Hackl aus der Distanz, Cannata blieb souverän. Eine heikle Szene ergab sich 3:40 vor Drittelende, als Hutchison die Scheibe im eigenen Slot verlor, Cannata aber erneut rettete. Kurz vor der Sirene vergab Lindner aus dem linken Bullykreis eine weitere gute Möglichkeit. Villach nahm eine hochverdiente 2:0-Führung mit in den Schlussabschnitt.

3. Drittel

Abschnitt drei begann sogleich mit einer kontroversen Szene. Bereits nach zwölf Sekunden jubelten die Adler über das vermeintliche 3:0: Nach einem gewonnenen Faceoff trug Helewka die Scheibe nach Hughes-Zuspiel in die offensive Zone, zog in den hohen Slot und schloss ab. Der Puck sprang von der Bande zurück in den Slot, wo die Adler nachsetzten und ihn über die Linie drückten. Doch wie bereits im letzten Derby lag das Manko in der Spielleitung: Die Schiedsrichter unterbrachen die Aktion zu früh und aberkannten den Treffer nach Videostudium. In der Folge ließ Villach mehrere Chancen ungenutzt, selbst ein 3-auf-1-Konter blieb ohne Abschluss, da Wall zu lange verzögerte. Ab Minute 45 musste Blau-Weiß für zwei Minuten in Unterzahl agieren, Hancock saß wegen Behinderung in der Kühlbox. Lanzinger kam dabei zweimal frei zum Abschluss, beide Male blieb Cannata Sieger. In Minute 48 wurde es nochmals brenzlig: Strong und Vallant lagen nach geblockten Schüssen am Boden, Cannata war ebenso bereits geschlagen, doch Wien brachte die Scheibe nicht im Tor unter. Auf der Gegenseite folgte die spielentscheidende Aktion. Mark Katic überspielte mit einem starken Solo die gesamte Wiener Defensive, legte quer auf Budgell, der seelenruhig ins halbleere Tor einschob und sein erstes Tor im blau-weißen Dress erzielte (50.). Trotz der defensiv sehr reifen Leistung musste Villach in Minute 54 den Anschlusstreffer hinnehmen. Wall verlor an der rechten Half-Wall nach schlechtem MacPherson-Zuspiel die Scheibe, Souch spielte in den Slot, Franklin schloss eiskalt ab. Kurz darauf hatte Vallant erneut Pech, sein Schuss von der blauen Linie wurde im Slot perfekt abgefälscht, prallte aber von der Stange weg. Drei Minuten vor Schluss nahm Wien volles Risiko, Kevin Constantine beorderte Wraneschitz vom Eis. Den Deckel drauf machte jedoch Adam Helewka 1:59 vor Spielende, der nach starker Vorarbeit von Strong ins leereTor traf und den Heimsieg endgültig fixierte. Am Ende stand ein verdienter Erfolg für den VSV, der nicht durch Glanz, sondern durch Struktur, Disziplin und einen überragenden JoeCannata zustande kam.

EC iDM Wärmpumpen VSV – Vienna Capitals 4:1 ( 1:0 | 1:0 | 2:1 )

Torschützen VSV: van Nes (PP1), Rebernig, Budgell, Helewka

Torschützen VIC: Franklin

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