Es geht Schlag auf Schlag: VSV muss zum Gastspiel nach Linz!

Nachdem dem EC iDM Wärmepumpen VSV gegen Tabellenschlusslicht Innsbruck endlich der lang ersehnte Befreiungsschlag gelungen ist, wartet bereits am morgigen Samstag (16:30 Uhr, live auf sporteurope.tv sowie im Eishockey-Magazin von Radio Kärnten) die nächste richtungsweisende Aufgabe. Bei den Steinbach Black Wings Linz treffen die Adler auswärts auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Pre-Playoffs, mit dem klaren Ziel, nach dem Befreiungsschlag nun eine Siegesserie zu starten und die Trendwende nachhaltig einzuleiten.

Die Ausgangssituation 

Nach dem überzeugenden 6:2-Heimerfolg über das Tabellenschlusslicht HC TIWAG Innsbruck hat sich der EC iDM Wärmepumpen VSV zumindest kurzfristig Luft im engen Tabellenmittelfeld verschafft. Die Adler rangieren nach 31 absolvierten Saisonspielen nun auf Tabellenplatz sieben. 13 Siegen stehen 18 Niederlagen gegenüber, bei 99 erzielten und 105 kassierten Treffern ergibt sich ein Torsaldo von -6 und ein Punktekonto von 42 Zählern. Der Rückstand auf die Top-6 ist mittlerweile auf 15 Punkte angewachsen, gleichzeitig ist das Polster auf den elftplatzierten, FTC-Telekom Budapest, denkbar schmal: Nur ein Punkt trennt Blau-Weiß von den Ungarn, die allerdings eine Partie mehr absolviert haben. Entsprechend hoch ist der Druck, nun eine Serie zu starten. Der jüngste Sieg gegen Innsbruck beendete eine Negativserie von sieben Niederlagen in Folge und könnte als Initialzündung für eine nachhaltige Trendwende dienen. Mit den Steinbach Black Wings Linz wartet nun auswärts ein direkter Konkurrent im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze. Die Oberösterreicher liegen aktuell auf Rang zehn der Tabelle und haben nach 33 Saisonspielen 15 Siege und 18 Niederlagen auf dem Konto. Bei 107 erzielten Treffern und 112 Gegentoren weist Linz ein Torsaldo von -5 auf. Die Formkurve der Black Wings zeigte zuletzt leicht nach oben: Zwei Siege aus den vergangenen drei Partien sprechen für eine gewisse Stabilisierung, wenngleich davor eine Serie von vier Niederlagen in Folge zu Buche stand. Das direkte Saisonduell ist bislang ausgeglichen und zugleich torreich: In Villach unterlag der VSV den Linzern mit 4:5 nach Verlängerung, in Linz gelang den Adlern hingegen ein deutlicher 8:3-Auswärtssieg. Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeigt ein leichtes Übergewicht zugunsten der Oberösterreicher: Aus den letzten zehn Aufeinandertreffen gingen sechs Siege an Linz, vier an Villach. Die Linzer Eishalle zählt zudem nicht zu den Lieblingsspielstätten der Adler: Aus den vergangenen vier Gastspielen in Oberösterreich konnte der VSV lediglich einen Sieg mitnehmen.

Der Gegner:

Die Steinbach Black Wings Linz gehen auch in der laufenden Saison der win2day ICE Hockey League mit einem weitgehend eingespielten Grundgerüst an den Start. Klublegende Philipp Lukas steht weiterhin an der Bande und zählt mit beinahe 1.000 absolvierten Partien im Trikot der Oberösterreicher zweifellos zu den prägenden Figuren der Vereinsgeschichte. Zwischen den Pfosten ist Rasmus Tirronen nach wie vor die Nummer eins, während Logan Roe in der Defensive als zentrale Schaltstelle fungiert. Neu im Kader ist Ryan MacKinnon, ein routinierter Kanadier, der bereits in der AHL, ECHL sowie in der slowakischen Extraliga Erfahrung sammeln konnte und zusätzliche Stabilität bringen soll. Offensiv setzen die Black Wings auf bewährte Qualitäten: Graham Knott, Brian Lebler und Shawn St-Amant zählen weiterhin zu den verlässlichsten Punktegaranten, ergänzt durch den physisch starken Powerforward Travis Barron, der aus der ECHL nach Linz wechselte. Eine spannende Personalie stellt zudem Aljaž Predan dar. Der in Salzburg ausgebildete Slowene spielte in der vergangenen Saison unter Ex-VSV-Trainer Marcel Rodman eine äußerst erfolgreiche Spielzeit in Zell am See und konnte dort nachhaltig aufzeigen, gewann sogar den Meistertitel. Auffällig ist zudem der enge Villach-Bezug im Linzer Kader: Mit Gerd Kragl (2017/18), Luis Lindner (Nachwuchs), Thomas Höneckl (2012–2015), Julian Pusnik (Nachwuchs), Andreas Kristler (Nachwuchs sowie 2006–2011) und Tim Geifes (2022–2024) standen gleich mehrere Akteure bereits im blau-weißen Trikot auf dem Eis. Auch historisch zählen die Black Wings zu den traditionsreichsten Klubs des österreichischen Eishockeys. 2003 und 2012 sicherten sich die Linzer den österreichischen Meistertitel, in den vergangenen fünf Spielzeiten erreichten sie dreimal die Playoffs – zweimal endete der Weg im Viertelfinale, einmal erst im Halbfinale.

Opponents and Stats to Watch:

Die Steinbach Black Wings Linz präsentieren sich in dieser Saison als Team mit klaren statistischen Stärken und Schwächen. Besonders in den Spezialdisziplinen Powerplay und Unterzahl zeigen sich Licht und Schatten. Das Überzahlspiel funktioniert nach wie vor sehr effizient: 22 von 99 Powerplays konnten in einen Treffer konvertiert werden, was einer Quote von 22,22 % entspricht. Damit rangieren die Oberösterreicher ligaweit auf Rang fünf, direkt vor dem EC iDM Wärmepumpen VSV. In Unterzahl zeigt sich dagegen Schwäche: 23 Gegentore aus 114 Situationen bedeuten lediglich Platz neun, wobei Linz die drittmeisten Unterzahlsituationen der Liga absolvierte, nur Pustertal und Ljubljana hatten noch mehr. Eine der größten Stärken der Black Wings ist hingegen ihre Scoring Efficiency. Zwar brachten die Linzer bislang „nur“ 949 Torschüsse aufs Tor, doch 11,28 % davon landen im Netz, das ist ligaweit der drittbeste Wert. Auffällig ist zudem die nicht immer regelkonforme Spielweise der Oberösterreicher: Mit 133 Zwei-Minuten-Strafen belegen sie ligaweit den zweithöchsten Wert. Bei den Akteuren stehen vor allem die Offensivkräfte im Fokus: Graham Knott, letztjähriger Topscorer, führt die interne Rangliste mit 16 Toren und 22 Assists (38 Punkte in 32 Spielen) an und besticht mit einer beeindruckenden Scoring Efficiency von 20,8 %. Dahinter rangiert der Neuzugang Travis Barron mit 14 Treffern und 23 Assists (37 Punkte aus 33 Spielen) sowie der altbekannte Brian Lebler, der 17 Tore und 15 Assists in 33 Spielen beisteuerte. Die Torhüterleistung der Black Wings zeigte bislang mehr Schatten als Licht: Rasmus Tirronen als nominelle Nummer eins kommt auf 27 Einsätze, 77 Gegentore, einen Gegentorschnitt von 2,98 und eine Fangquote von 89,02 %. Martin Reder musste dreimal aushelfen (4 Gegentore, 3,74 GAA, 87,88 % Fangquote), während Thomas Höneckl in sieben Einsätzen 27 Gegentore kassierte, mit einem Schnitt von 4,49 und einer Fangquote von 84,66 %.

Blau-Weiße Stats & Facts:

Der 6:2-Heimerfolg des EC iDM Wärmepumpen VSV gegen den HC Innsbruck glich einem verspätet aufkommenden offensiven Feuerwerk. Zwei von drei Überzahlspielen nutzten die Adler eiskalt, beide Tore hatten Adam Helewka entscheidend mitgestaltet: Einmal verwertete er selbst per One-Timer, einmal bediente er Nick Hutchison mit einem perfekten Pass. Die Linie rund um Helewka und Scherbak dominierte auch bei numerischer Gleichheit das Spiel: Scherbak sammelte drei Assists bei zehn Torschüssen, Helewka glänzte mit drei Treffern aus sieben Versuchen sowie einem Assist und gewann 19 von 33 Anspielen (57,6 %). Insgesamt lief das Spiel der Adler rund: Die Zweikampfquote lag bei hervorragenden 53,2 %, zudem rückte Helewka mit 16 Saisontreffern in Lauerstellung hinter die ligaweiten Spitzenreiter Brad McClure und Mathias From (je 20 Tore). Punktbester Spieler im blau-weißen Dress bleibt Nikita Scherbak, der mit acht Toren und 27 Assists aus 30 Spielen 35 Punkte auf seinem Konto hält und ligaweit Rang neun belegt. Das Powerplay erzielte im gesamten Saisonverlauf 23 Treffer aus 104 Chancen (Platz sechs), das Unterzahlspiel stabilisierte sich auf 76,29 % (23 Gegentore aus 97 Situationen). Die jüngsten starken Leistungen haben diese Werte noch einmal aufgebessert, gelangen in den letzten drei Spielen doch gleich vier Treffer im Powerplay. Seit seiner Rückkehr von der Verletzung zeigt Nick Hutchison übrigens, warum er als “Motor” der Mannschaft gilt. In den letzten zwei Spielen glänzte er mit einem Treffer und einer Vorlage, übernahm aber vor allem die harte, teilweise unsichtbare Arbeit. Mit neun gewonnenen Scheiben, zwei geblockten Schüssen, sechs Hits und starker Präsenz im Slot sorgt er genau dort für Gefahr, wo es für die Gegner richtig weh tut. 

Samstag, 3. Jänner 2026 | 16:30
Steinbach Black Wings Linz – EC iDM Wärmepumpen VSV
Linz AG Eisarena (Linz, Österreich)

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