Kevin Hancock schießt Villach ins Glück!

Der EC iDM Wärmepumpen VSV rang am Mittwochabend die Steinbach Black Wings Linz in einem packenden Overtime-Krimi mit 2:1 nieder. Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften einen erbitterten Schlagabtausch, in dem die Adler nach zwischenzeitlichem Rückstand Moral bewiesen und sich mit zunehmender Spieldauer ein klares Chancenplus erarbeiteten. Während Joe Cannata mit zahlreichen Paraden die Partie offenhielt, avancierte Kevin Hancock mit seinem zwischenzeitlichen Ausgleich und seinem Treffer in der Verlängerung zum umjubelten Matchwinner und bescherte den Blau-Weißen einen hart erkämpften Heimsieg.

1. Drittel

Bereits im ersten Shift war unmissverständlich spürbar, dass die entscheidende Phase der Saison angebrochen war. Die Playoffs standen vor der Tür – und mit ihnen ein rauerer Ton, kompromisslose Zweikämpfe und spürbar höhere Intensität entlang der Banden. Hochklassige Torchancen blieben in den Anfangssequenzen zwar aus, doch das Tempo war von Beginn an hoch. Erst in Minute zwei wurde Linz erstmals konkret gefährlich, als zwei Abschlüsse vom linken Bullykreis auf das Tor von Joe Cannata kamen. Der Villacher Schlussmann packte jedoch sicher mit der Fanghand zu.

Die Adler antworteten prompt: Die vierte Linie um Maxa, Tschurnig und Wallenta setzte energisch nach, eroberte die Scheibe in der Offensivzone, ehe Wallenta einen One-Timer aus dem hohen Slot nur knapp am langen Pfosten vorbeizog (3.). Kurz darauf prüfte Budgell Rasmus Tirronen vom linken Bullykreis. Villach präsentierte sich agil und attackierte hoch in der neutralen sowie offensiven Zone. Helewka behauptete an der blauen Linie stark die Scheibe und suchte Hutchison im Slot, der jedoch entscheidend gestört wurde (5.).

Wenig später folgte das erste Powerplay der Hausherren, nachdem Romig Hancock in der neutralen Zone von den Kufen geholt hatte. Die erste Großchance gehörte jedoch den Gästen: Nach einem Scheibenverlust Budgells konterte Knott, scheiterte jedoch an Cannata. Das Überzahlspiel der Adler blieb zahn- und farblos, lediglich ein Scherbak-Abschluss aus spitzem Winkel kurz vor Ablauf der Strafe sorgte für Gefahr. Tirronen parierte mühelos mit der Schulter.

In Minute zehn erhob sich die Villacher Stadthalle bereits von den Sitzen: Nach Budgell-Zuspiel bekam Lindner die Scheibe ideal im Slot serviert, Tirronen ließ den Abschluss zur Seite abprallen und Teasdale hatte das leere Tor vor sich, setzte den Puck jedoch neben das Gehäuse. Linz blieb spielerisch limitiert und lauerte vor allem auf Turnover. Eine weitere Überzahl für Villach brachte erneut wenig Ertrag, ehe Neuzugang Michael Kernberger wegen Hakens auf die Strafbank musste. Linz fand zunächst keinen Abschluss, doch kurz vor Drittelende rettete Cannata mit einem starken Save gegen Pusnik im Eins-gegen-Eins. Mit einem torlosen 0:0 ging es in die erste Pause.

2. Drittel

Das Mitteldrittel glich zunächst einem Spiegelbild des ersten Abschnitts. Beide Mannschaften agierten vorsichtig, Fehlpässe prägten das Bild und klare Torchancen blieben Mangelware. Scherbak und Hutchison brachten lediglich Abschlüsse aus extrem spitzen Winkeln zustande. Erst in Minute 26 prüfte Auvitu Cannata mit einem Schuss aus dem hohen Slot. Kurz darauf musste MacPherson wegen Beinstellens auf die Strafbank (27.).

In dieser Überzahl bot sich Linz die größte Gelegenheit: Romig stand im Slot völlig frei, verpasste jedoch einen Querpass und damit das leere Tor. Villach überstand die Unterzahl, doch die Partie blieb weiterhin von Vorsicht geprägt. In Minute 34 musste Cannata erneut sein ganzes Können zeigen, als er gegen den heranstürmenden St.-Amant einen brillanten Fanghandsave auspackte, während Hughes den Rebound vor Ograjensek klärte.

Auf der Gegenseite prüfte Helewka Tirronen aus dem hohen Slot, ehe Romig mit einem Breakaway scheiterte – Cannata rettete mit der Stockhand sensationell. Dann die spielentscheidende Szene des Drittels: In Minute 36 arbeitete Gaffal im Slot hart, traf Cannata mit dem Schläger auf der Fanghand, der Puck rutschte heraus und Kragl drückte den Rebound über die Linie. Nach Videostudium erklärten die Schiedsrichter die Szene zur Überraschung vieler für regelkonform – es stand 0:1 aus Sicht der Adler. Kurz vor Drittelende erhielt Villach nach einem Foul von Lebler an Vallant nochmals ein Powerplay, das jedoch erneut wirkungslos blieb.

3. Drittel

Das verbleibende Überzahlspiel zu Beginn des Schlussdrittels verlief ereignisarm. Kurz darauf bot sich Helewka ein Breakaway, doch er scheiterte an Tirronens Blocker. In Minute 44 fiel schließlich der verdiente Ausgleich: Scherbak täuschte im hohen Slot weltklasse an, spielte in den Slot, Tirronen ließ abprallen und Hancock verwertete den Rebound ins leere Tor zum 1:1.

Villach war nun im Rhythmus. In Minute 47 legte Scherbak erneut perfekt quer auf Hancock, doch dieser brachte nicht genügend Druck hinter die Scheibe. Linz stabilisierte sich und kam durch Lebler gefährlich zum Abschluss (49.), Cannata parierte sicher. In Minute 50 hatte Villach Glück: Auvitu traf mit einem Handgelenksschuss von der blauen Linie nur das Gestänge.

Nach einem Budgell-Turnover wurde es erneut brenzlig, Ograjensek scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Cannatas Schonern (53.). In der Schlussphase schnürten die Gäste Villach immer wieder ein, doch Cannata hielt gegen Pusnik (58.) und Lebler (60.) glänzend. 20 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hatte Teasdale nach MacPherson-Zuspiel noch die große Siegchance, verpasste aus der Drehung jedoch knapp. Es ging in die Verlängerung.

Overtime

In der Verlängerung entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. MacPherson prüfte Tirronen von der blauen Linie, Teasdale und Budgell lauerten auf den Rebound. Linz antwortete mit einem Distanzschuss von Roe. Villach übernahm nun klar die Kontrolle und erarbeitete sich Chance um Chance: Hughes per Schlagschuss, Hutchison nach Helewka-Zuspiel sowie eine wilde Szene, in der Tirronen weit vor seinem Tor lag und weder Scherbak noch Hancock die Scheibe im offenen Kasten unterbringen konnten.

Die Partie entwickelte sich zu einem regelrechten Dauerfeuer auf Rasmus Tirronen. Helewka, Strong und Lindner brachten weitere Abschlüsse aufs Tor, doch der Linzer Schlussmann hielt lange alles. Beide Mannschaften bewegten sich längst jenseits der Komfortzone, jeder Wechsel wurde zum Kraftakt.

Doch in Spielminute 74:06 fand dieser Abnutzungskampf seinen entscheidenden Moment: Kevin Hancock nahm aus spitzem Winkel Maß, zog entschlossen ab und überraschte Tirronen auf der Stockhandseite hoch unter der Querlatte. Der Puck passte exakt und versetzte die gesamte Villacher Stadthalle in Ekstase. Mit diesem Treffer sicherte Hancock dem EC iDM Wärmepumpen VSV einen hart erkämpften 2:1-Erfolg in der Overtime und avancierte endgültig zum Matchwinner des Auftaktduells. Bereits am Freitagabend in Linz haben die Blau-Weißen nun die große Chance, die Teilnahme am Viertelfinale zu fixieren.

EC iDM Wärmepumpen VSV – Steinbach Black Wings Linz 2:1 n.V.
(0:0 | 0:1 | 1:1 | 1:0)

Torschützen VSV: Hancock (2)
Torschützen BWL: Kragl

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