
VSV feiert 4:2-Arbeitssieg in Budapest!
Der EC iDM Wärmepumpen VSV kämpfte sich am Samstagabend auswärts in Ungarn zu einem hart erarbeiteten 4:2-Erfolg und sicherte sich damit drei wichtige Punkte. Nach zwischenzeitlichem Ausgleich bewiesen die Adler Moral, fanden immer wieder Antworten auf Druckphasen der Hausherren und entschieden die Partie dank effizienter Offensive und eines starken Schlussmanns Joe Cannata letztlich verdient für sich.
1. Drittel
Der EC iDM Wärmepumpen VSV startete mit wenig Spielpraxis im Gepäck in die Partie, was sich im ersten Drittel rasch bemerkbar machte. Bereits beim ersten Scheibenbesitz verspielte Katic den Puck in der eigenen Zone, wodurch sich die Hausherren früh eine Drangphase erarbeiteten, zunächst allerdings ohne konkrete Torchance.
Villach fand in der Anfangsphase nur schwer ins Spiel und musste in Minute vier die erste Strafe hinnehmen, nachdem Hutchison wegen hohen Stocks auf die Strafbank musste. In Unterzahl attackierten die Adler jedoch hoch und konsequent, wodurch die Ungarn erst spät in ihre Formation fanden. Kurz vor Ablauf der Strafe kamen sie dennoch zu einem gefährlichen Abschluss aus dem Slot.
Kaum war Villach wieder komplett, folgte die nächste brenzlige Szene: Nagy kam nach einem Konter aus dem hohen Slot zum Abschluss, Cannata reagierte spät, rettete aber mit dem Schoner in letzter Sekunde (7.).
In der 9. Minute fand Villach erstmals offensiv statt, als Helewka und Hutchison zunächst ein 2-auf-1 vergaben und Hughes wenig später einen Konterabschluss am langen Eck vorbeisetzte. Die größte Chance der Ungarn ließ Mattyasovszki liegen, der alleine vor Cannata auftauchte, im Slot aber am stark reagierenden Villacher Schlussmann scheiterte (11.).
Zu diesem Zeitpunkt fand Villach kaum Zugriff auf die Partie. Die Ungarn bestimmten spielerisch das Geschehen, während die Adler meist reagierten statt selbst proaktiv aufzutreten. Erst in Minute 14 wurde Villach wieder gefährlich, als Scherbak nach längerer Offensivsequenz von der blauen Linie abzog, Balizs durch viel Verkehr die Scheibe spät sah, sie aber mit dem Schoner parierte.
5:54 Minuten vor Drittelende gelang den Adlern dann der erste Treffer des Abends: Budgell tankte sich durch zwei Verteidiger und überraschte Balizs mit einem Schlenzer ins lange Eck – 1:0 für Villach.
Die Antwort folgte beinahe postwendend: Ein Schlenzer von der blauen Linie klatschte an die Stange, Cannata wäre beim Versuch von Horvath machtlos gewesen. Bis zur Pause blieb das Bild gleich – viel Scheibenbesitz der Ungarn, einige Offensivsequenzen, aber kaum hochkarätige Chancen.
Zwei Minuten vor Drittelende tauchte Brady Shaw noch gefährlich vor Cannata auf, wurde jedoch im letzten Moment gestoppt. Villach nahm folglich eine 1:0-Führung mit in die Kabine.
2. Drittel
Das zweite Drittel begann völlig anders als das erste, das mit einem Torschussverhältnis von 17:6 klar an die Hausherren gegangen war.
Nur 40 Sekunden waren gespielt, als Villach auf 2:0 stellte: Nach gewonnenem Anspiel kam die Scheibe zu Lindner, dessen Schlenzer von der linken blauen Linie im Tor einschlug – ein Treffer, der für Balizs wohl haltbar gewesen wäre.
Der Treffer gab den Adlern Auftrieb. Sie agierten bissiger in den Zweikämpfen und fanden leichter aus der eigenen Zone, während die Ungarn weniger aggressiv forecheckten und Villach mehr Raum ließen.
In Minute 29 musste Hancock wegen hohen Stocks auf die Strafbank. Die Adler verteidigten erneut abgebrüht und stark in Unterzahl, doch 16 Sekunden vor Ablauf der Strafe schlugen die Ungarn zu: Green traf aus dem Slot, Cannata war chancenlos (31.).
Der Anschlusstreffer brachte die Hausherren wieder besser ins Spiel, die sich nun vermehrt in Villachs Zone festsetzten und immer wieder über ihre Paradelinie Shaw – Kestila – Green gefährlich wurden.
Die große Chance auf die erneute Zweitoreführung vergab Hancock, der einen 3-auf-1-Konter aus dem Slot ruhig abschließen konnte, aber deutlich verzog. Auf der Gegenseite brachte Green einen schnellen Gegenstoß aus aussichtsreicher Position aufs Tor, fand jedoch in Cannata seinen Meister (35.).
Gegen Ende des Drittels erhöhten die Ungarn nochmals den Druck: Cannata zeigte eine Glanztat (38.), kurz darauf klärte Wall einen Puck aus der Luft per Volley aus gefährlicher Position.
Fünf Sekunden vor der Pause kam es noch zu einem Video-Review. Überprüft wurde ein vermeintliches Tor, das folgerichtig nicht gegeben wurde, da die Scheibe die Torlinie nicht vollständig überquert hatte.
Mit einem Pausenstand von 2:1 ging es für die Adler in die letzte Pause.
3. Drittel
Das dritte Drittel begann mit einer kalten Dusche für die Adler: Nach nur 1:25 Minuten glichen die Ungarn zum 2:2 aus. Tammela setzte sich über links durch, zog in die Zone und überraschte Cannata mit einem Abschluss vom Bullykreis ins lange Eck – auch dieser Schuss schien haltbar.
Villach antwortete jedoch prompt: Hutchison spielte von der rechten blauen Linie in den Slot, wo Helewka den Schläger maßgenau hinhielt und zum 3:2 in die Maschen abfälschte.
Der Spielfluss blieb keineswegs hoch, denn kurz darauf musste Villach erneut in Unterzahl agieren – zunächst wegen Haltens durch Uschan, anschließend kam noch eine Strafe gegen Lindner wegen Spielverzögerung hinzu (44.).
In doppelter Überzahl drängten die Ungarn massiv. Shaw prüfte Cannata aus dem Slot, wenig später parierte der Villacher Goalie einen One-Timer von Lindgren, der Rebound wurde nur knapp geklärt. Für rund eineinhalb Minuten stand Cannata im Mittelpunkt, hielt dem Dauerbeschuss aber stand und bewahrte seine Mannschaft vor dem Ausgleich (47.).
Auch bei numerischer Gleichheit blieb Villach unter Druck und kam meist nur zu Entlastungsangriffen. Cannata musste weiterhin mehrfach eingreifen, etwa bei einem Distanzschuss von Paavo, der durch eine Ablenkung im Slot gefährlich wurde (51.).
Trotzdem waren es erneut die Adler, die anschrieben: In Minute 51 wurde Wall bei einem Konter im Slot mustergültig bedient, zog auf Balizs zu und traf mit der Backhand im Stile eines Goalgetters zum 4:2.
Die Ungarn legten sofort eine Coach’s Challenge wegen möglichen Abseits ein. Die Situation war unübersichtlich, der Puck befand sich in der Luft, und die Linesmen benötigten mehrere Minuten für das Review. Schließlich blieb die Entscheidung bestehen, da die Bilder keine klare Beweislage lieferten.
In der Folge setzte sich Villach defensiv gut zur Wehr, ließ zwar Offensivzeit zu, zwang die Ungarn aber zu Abschlüssen von außen, die kaum gefährlich wurden.
5:13 Minuten vor Schluss bot sich sogar die Chance zur Vorentscheidung: Wallenta und Teasdale spielten einen Konter mustergültig fertig, doch Wallenta scheiterte im Eins-gegen-eins an Balizs, der kurz darauf auch einen Teasdale-One-Timer aus dem Slot spektakulär parierte.
2:50 Minuten vor Ende nahmen die Hausherren volles Risiko, zogen den Goalie und nahmen ein Timeout. Villach verteidigte jedoch konsequent und ließ sich nicht mehr um den verdienten Erfolg bringen.
Am Ende stand ein 4:2-Auswärtssieg zu Buche – und damit für Blau-Weiß der erfolgreiche Auftakt ins Ungarn-Doppel.
Spielinfo
FTC-Telekom Budapest – EC iDM Wärmepumpen VSV 2:4
(0:1 | 1:1 | 1:2)
Torschützen VSV: Budgell, Lindner, Helewka, Wall
Torschützen FTC: Green (PP1), Tammela