VSV feiert 4:3-Achtungserfolg bei Salzburg!
Im Salzburger Volksgarten bewies der EC iDM Wärmepumpen VSV am Freitagabend große Moral und drehte nach zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand eine intensiv geführte Partie. Gegen den EC Red Bull Salzburg kämpften sich die Adler mit Leidenschaft und Effizienz zurück, erzwangen nach einem 3:3 die Overtime und behielten schließlich im Penaltyschießen die Nerven.
Am Ende standen ein hart erarbeiteter 4:3-Erfolg nach Shootout und zwei immens wichtige Punkte zu Buche.
1. Drittel
Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Salzburg gewann das Eröffnungsbully, und Michael Raffl drang zentral in die Villacher Zone ein. In vollem Tempo zog er per wuchtigem Schlagschuss ab, Villachs Schlussmann Cannata wirkte kurz überrascht, konnte den Hammer jedoch zur Seite abwehren (1.).
Die Anfangsphase gehörte klar den Hausherren, die auch durch einen Fernschuss von Hörl (3.) ihre Offensivambitionen unterstrichen. Villach hingegen tat sich schwer, die Scheibe kontrolliert aus der eigenen Zone zu befördern.
Der Führungstreffer der Red Bulls war schließlich ebenso sehenswert wie konsequent herausgespielt: Von der linken Position an der blauen Linie brachte Thomas Raffl die Scheibe scharf in den Slot, wo Schneider optimal vor Cannata postiert war und den Puck mit der Kehle unhaltbar abfälschte – 1:0 für die Hausherren (4.).
Salzburg blieb am Drücker. Thaler kam nur eine Minute später aus dem hohen Slot unbedrängt zum Abschluss, verfehlte jedoch knapp das Gehäuse; auch der gefährlich in den Slot springende Rebound wurde von den Adlern gemeinschaftlich bereinigt (5.).
Offensivaktionen der Villacher blieben zunächst rar. Bei einem 3-auf-2-Konter setzte Elias Wallenta die Scheibe von links deutlich über das Tor, wenngleich Kickert wohl zur Stelle gewesen wäre.
Defensiv fehlte den Blau-Weißen in dieser Phase die Zuordnung, zudem agierten sie in den Zweikämpfen zu zaghaft. Das rächte sich: Maxa verlor auf der Grundlinie gleich zwei Duelle, Wukovits überspielte Wall, Raffl legte quer in den Slot, und Verteidiger Nash Nienhuis schob durch die Beine von Cannata zum 2:0 ein (7.).
Doch Villach antwortete umgehend. Van Nes, Budgell und Teasdale störten den Salzburger Spielaufbau aggressiv, Budgell eroberte die Scheibe, legte ab, und Teasdale zimmerte den Puck kompromisslos ins lange Kreuzeck – Kickert war chancenlos.
Der Anschlusstreffer verlieh den Adlern neues Selbstvertrauen, wenngleich Salzburg das Spielgeschehen weiterhin dominierte und vor allem mit Distanzschüssen sowie dem Nachsetzen auf Rebounds für Gefahr sorgte.
Erst spät im Drittel wurde es wieder brisant: Nach einem Turnover von Wallenta in der eigenen Zone kam Thaler aus aussichtsreicher Slot-Position zum Abschluss, verzog jedoch deutlich; zudem war Cannata durch zwei Spieler stark die Sicht genommen (15.).
In der Schlussphase erhöhten die Adler den Druck im Forecheck und zwangen die Hausherren zu Fehlern. Eine Minute vor der Sirene kam Tschurnig nach Zuspiel von Wallenta aus dem rechten Bullykreis direkt zum Abschluss, doch Kickert reagierte stark mit der Stockhand.
Mit einem 1:2-Rückstand aus Villacher Sicht ging es in die erste Pause.
2. Drittel
Der Mittelabschnitt begann beinahe mit einer kalten Dusche. Ein „broken play“ brachte die Scheibe in Minute 21 gefährlich in den Slot, Cannata lag bereits am Eis, doch mit vereinten Kräften verhinderten die Villacher, dass Thomas Raffl den Puck über die Linie drückte.
Die große Ausgleichschance bot sich Wallenta, der bei einem Breakaway an Kickert scheiterte; sein Abschluss aus kurzer Distanz geriet zu zentral (24.).
Auf der Gegenseite zeigte Cannata eine Glanzparade nach einem Querpass und Direktabschluss der Salzburger, die enormen Druck in der blau-weißen Zone entfalteten.
In Minute 26 brannte es erneut vor dem Tor der Hausherren: Wall schlenzte die Scheibe in den Slot, Kickert parierte mit dem Schoner, doch der Rebound blieb herrenlos liegen. Vier Salzburger und zwei Adler stürzten sich auf die Scheibe, die schließlich nur an die Stange ging und nicht über die Linie rutschte.
Kurz darauf hämmerte Vallant von der blauen Linie, Maxa sorgte für einen exzellenten Screen, doch erneut blieb Kickert Sieger.
Trotz zunehmender Offensivbemühungen der Gäste erzielten die Red Bulls in Minute 29 – etwas entgegen dem Spielverlauf – das 3:1. Vom rechten Bullykreis nahm sich Michael Raffl aus der Drehung ein Herz und jagte die Scheibe ins Kreuzeck.
In Minute 33 bediente Raffl Coe perfekt im Slot, doch dieser setzte seinen Rückhandabschluss in Bedrängnis neben das Tor.
Die Red Bulls ließen die Scheibe geschickt durch die Villacher Zone laufen; Cannata hielt seine Farben mit mehreren starken Paraden im Spiel. Auch Thomas Raffl hatte noch eine Großchance: Er verzögerte im Slot lange, Cannata war bereits geschlagen, doch aus spitzem Winkel traf er den Villacher Goalie genau in die Fanghand (36.).
Kurz darauf musste Cannata erneut über sich hinauswachsen, als Corcoran querlegte und Raffl per One-Timer aus dem Slot abzog – diesmal ohne Rebound.
Mit einem 1:3 aus Villacher Sicht ging es in die zweite Pause.
3. Drittel
Villach startete mit Elan in den Schlussabschnitt und erhielt in Minute 41 ein Powerplay, nachdem Raffl Teasdale von den Beinen geholt hatte. Zwar kamen die Adler in Formation, doch ein Fehlpass von Lindner leitete einen Salzburger 2-auf-1-Konter ein, den Cannata und die Defensive in höchster Not vereitelten (43.).
Ein hoher Stock gegen Johannes Tschurnig, der ihn im Gesicht traf und blutüberströmt vom Eis zwang, blieb ungeahndet – die Unparteiischen Zrnic und Sternat ließen auf beiden Seiten im Allgemeinen viel laufen.
Dann schlugen die Adler aus dem Nichts zu: 15:11 Minuten vor dem Ende nutzten sie einen Salzburger Turnover in der eigenen Zone, Helewka blieb im Slot eiskalt und verkürzte halbhoch auf 2:3.
Die Linie um Budgell, Teasdale und van Nes sorgte weiter für Druck, doch van Nes scheiterte bei einem partiellen Breakaway an Kickert (47.).
In Minute 49 musste Cannata mit einem Doppelsave gegen Stephens und Wukovits retten; er war in dieser Phase maßgeblich dafür verantwortlich, dass Villach im Spiel blieb.
Der Ausgleich fiel schließlich in Minute 51: Scherbak brachte die Scheibe Richtung Tor, ein Salzburger verstolperte sie, Rebernig reagierte am schnellsten und fand Hancock im Slot, der den schlecht positionierten Kickert zum 3:3 bezwang.
Das erste Salzburger Powerplay der Partie folgte, nachdem Wallenta die Scheibe über die Bande befördert hatte. Doch die Unterzahl der Villacher stand sicher; lediglich ein Abschluss von Robertson zwang Cannata zu einer Parade mit dem Schoner.
In Minute 56 rettete die Querstange für die Gäste, als Thaler ein Zuspiel vom linken Bullykreis direkt nahm – Cannata wäre machtlos gewesen.
Villach hatte 1:50 Minuten vor Schluss sogar die Chance auf den Führungstreffer: Bei einem 2-auf-1-Konter entschied sich Helewka für den Schuss statt des Querpasses, Kickert parierte stark.
Nach 60 Minuten stand es 3:3 – es folgte eine fünfminütige 3-gegen-3-Overtime.
Overtime
Die Verlängerung begann turbulent. Michael Raffl hatte nach wenigen Sekunden aus dem Slot den Sieg auf dem Schläger, auf der Gegenseite scheiterte Helewka per Backhand.
Später vergab Hughes bei einem 2-auf-1 allein vor Kickert und schoss deutlich über das Tor (63.).
1:51 Minuten vor Ende der Overtime durften die Adler nochmals in Überzahl agieren, nachdem Robertson Hancock in der neutralen Zone gelegt hatte. Helewka und Scherbak kamen zu guten Abschlüssen, doch Kickert hielt seine Farben im Spiel.
Auch in der Folge blieben Helewka und Hutchison glücklos – es ging ins Penaltyschießen.
Penaltyschießen
Im Shootout traf Bourke zunächst nur die Stange, während Helewka die Scheibe vor Kickert vertändelte. Coe bezwang Cannata im zweiten Durchgang durch die Beine, Hancock antwortete mit einem Treffer auf der Fanghandseite ins Kreuzeck.
Benjamin Nissner scheiterte an Cannata, ehe Nikita Scherbak die Entscheidung herbeiführte: Mit einer überlegten Backhand durch die „Hosenträger“ ließ er Kickert keine Chance.
So sicherten sich die Villacher im Volksgarten nach einer leidenschaftlichen Partie höchst verdient zwei wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs.
Spielinfo
EC Red Bull Salzburg – EC iDM Wärmepumpen VSV 3:4 n.P.
(2:1 | 1:0 | 0:2 | 0:0 | 0:1)
Torschützen VSV: Teasdale, Helewka, Hancock
Torschützen RBS: Schneider, Nienhuis, Raffl M.