VSV stürmt mit 5:1-Auswärtserfolg in Linz ins Viertelfinale!

Der EC iDM Wärmepumpen VSV feierte am Freitagabend einen eindrucksvollen 5:1-Auswärtssieg bei den Steinbach Black Wings Linz und entschied damit die Best-of-3-Serie für sich. In einer intensiven und phasenweise hart umkämpften Partie bewiesen die Adler vor allem im zweiten Drittel ihre Effizienz, während Goalie Joe Cannata mit zahlreichen Paraden den Grundstein für den Erfolg legte. Offensiv setzte Joel Teasdale mit einem Doppelpack entscheidende Akzente, ehe Adam Helewka mit einem Treffer ins leere Tor den verdienten Sieg der Blau-Weißen endgültig besiegelte und Villach das Ticket für das Viertelfinale sicherte.

1. Drittel

Villach begann mit Joe Cannata zwischen den Pfosten, während bei den Linzern Rasmus Tirronen das Tor hütete. Früh zeichnete sich ein Spielverlauf ab, der zunächst stark an das torarme Auftaktduell erinnerte. In der Anfangsphase waren beide Mannschaften darauf bedacht, Fehler zu vermeiden, ein vorsichtiges Abtasten prägte die ersten Minuten. Die erste nennenswerte Offensivaktion ging vom VSV aus: Nikita Scherbak zog aus dem hohen Slot bei dichtem Verkehr vor dem Tor ab, doch Tirronen parierte. Unmittelbar nach dem folgenden Bully versuchte Philipp Lindner sein Glück von links, erneut blieb Tirronen aufmerksam. Kurz darauf kombinierte sich Villach sehenswert durch die Offensivzone: Hutchison legte für Hughes auf, der quer durch die Zone Adam Helewka fand. Dieser wiederum bewies Übersicht und bediente den heranrauschenden Thomas Vallant, der aus vollem Lauf abzog, Tirronen rettete mit einer Schulterabwehr in höchster Not. Im Gegenzug kam auch Linz zu einer guten Gelegenheit: Ken Ograjensek lief ein zentrales Breakaway, setzte den Abschluss jedoch zu zentral auf Cannata. Trotz des bis dahin optischen Übergewichts der Villacher gingen die Gastgeber in Führung. Ein ungenauer Aufbaupass von Kernberger wurde in der neutralen Zone abgefangen, Luka Maver nutzte den Gegenstoß und traf halbhoch auf der Stockhandseite von Cannata zum 1:0. Villach ließ sich davon jedoch nicht beirren und antwortete prompt. Nur eine Minute und vierzig Sekunden später brachte Budgell die Scheibe mit viel Energie in den Slot, wo Joel Teasdale einen springenden Puck mit dem Schlittschuh über die Linie drückte – der Ausgleich zum 1:1. In der 11. Minute folgte ein bitterer Moment für die Adler: Pusnik erwischte Kapitän Lindner mit einem klaren Kniecheck. Zur Verwunderung der Villacher blieb die Pfeife der Schiedsrichter stumm, während Lindner sichtlich gezeichnet das Eis verlassen musste. Spielerisch meldete sich Linz danach wieder durch Moro zurück, der nach Zuspiel von der verlängerten Torlinie aus dem rechten Bullykreis abschloss, aber an Cannata scheiterte. In der Folge fanden die Oberösterreicher besser ins Spiel: Ograjensek und St-Amant kombinierten sich bis vor das Tor durch, doch Cannata blieb ebenso Sieger wie wenig später gegen einen Slot-Abschluss von Knott. Die Partie entwickelte deutlich mehr Physis und Offensivdrang als das erste Aufeinandertreffen am Mittwoch. Kurz vor Drittelende tauchte Helewka fast alleine vor Tirronen auf, konnte diesen jedoch auf der Stockhandseite nicht überwinden. So ging es mit einem insgesamt leistungsgerechten 1:1 in die erste Pause.

2. Drittel

Das Mitteldrittel begann mit einer schnellen Kontersituation für Linz: MacPherson verlor an der offensiven blauen Linie die Kontrolle, Romig startete ein partielles Breakaway, doch Cannata fing dessen Schuss aus linker Position sicher mit der Fanghand. Wenig später nutzten die Hausherren einen Stellungsfehler in der neutralen Zone zu einem 2-auf-1-Konter. Maver schloss nach traumhaftem Querpass auf das kurze Kreuzeck ab, doch Cannata war erneut mit der Schulter zur Stelle. Auch beim darauffolgenden Angriff der Linzer blieb der Villacher Schlussmann der entscheidende Faktor, als Auvitu aus dem Slot zum Abschluss kam. Villach wirkte in dieser Phase im Spielaufbau ungeordnet, zu viele Scheibenverluste verhinderten jeglichen Spielfluss. Erst in Minute 29 kamen die Blau-Weißen zu ihrer ersten großen Gelegenheit des Drittels, als ein katastrophaler Linzer Fehler Budgell im Slot freispielte. Tirronen reagierte jedoch im letzten Moment mit dem Schoner. Kurz darauf musste Villach erstmals in Unterzahl agieren: Lindner wanderte wegen Beinstellens auf die Strafbank. Das Powerplay der Stahlstädter blieb allerdings harmlos, Villach klärte mehrmals aus der eigenen Zone, echte Gefahr entstand nicht. Mit Ablauf der Strafe bot sich den Kärntnern sogar ein 3-auf-1-Konter, der jedoch ohne Torschuss ungenutzt verpuffte. Linz drängte weiter und kam in der 33. Minute zu zwei gefährlichen Abschlüssen aus dem rechten Bullykreis, doch Cannata blieb auch hier Herr der Lage. Die Linzer hatten zwar viel Scheibenbesitz in der Offensivzone, doch Villachs Defensivarbeit war exzellent: Die Gastgeber wurden konsequent zu Abschlüssen aus der Distanz gezwungen. Und ausgerechnet in dieser Phase schlugen die Adler zu. Joel Teasdale überlief alle drei Zonen, drang über rechts in den Slot vor und legte mit der Rückhand blind durch zwei Verteidiger quer. Budgell war mitgelaufen und vollendete halbhoch auf Tirronens Blockerseite zum 2:1. Linz hätte unmittelbar darauf ausgleichen können: Nach einem unsauberen Zonenaustritt der Villacher tauchte Travis Barron völlig allein vor Cannata auf, doch der Goalie entschärfte die hundertprozentige Chance mit einem spektakulären Schoner-Save. Stattdessen erhöhte Villach auf 3:1. Maxa, Wallenta und Tschurnig spielten die Linzer Defensive schwindlig. Maxa umkurvte das Tor, zog zur verlängerten Torlinie und legte quer, wo Wallenta nur noch einschieben musste. Eine Linzer Strafe wegen Hakens brachte den VSV kurz darauf ins Powerplay. Hutchison kam aus dem Low Slot zu einem gefährlichen One-Timer, anschließend wurde ein Abschluss von Helewka noch über das Tor abgefälscht. Villach nahm den Schwung auch bei numerischer Gleichheit mit und setzte sich mehrfach in der Linzer Zone fest. Ein weiterer Treffer gelang jedoch nicht mehr. Mit einer 3:1-Führung für die Adler ging es in die zweite Pause.

3. Drittel

Villach kam druckvoll aus der Kabine: Budgell prüfte Tirronen früh aus dem Slot. Linz antwortete wenig später durch Romig, der ebenfalls frei zum Abschluss kam, doch Cannata griff sicher zu. Auch Knott fand in dieser Phase eine Gelegenheit vor. Die Kärntner blieben im Konter brandgefährlich. Van Nes lief ein partielles Breakaway, doch Tirronen verhinderte mit exzellentem lateralem Movement einen weiteren Treffer. Dann folgte der große Moment von Joel Teasdale: Er eroberte die Scheibe an der rechten Half-Wall, zog von dort in den Slot und schloss aus spitzem Winkel ab. Tirronen wurde hoch über der Schulter überrascht, es stand 4:1 für Villach. Während Villach offensiv höchst effizient agierte, hielt Cannata defensiv alles, was auf sein Tor kam. Distanzschüsse von Roe und Lebler bereiteten ihm keine Schwierigkeiten. In der 51. Minute rettete allerdings die Stange bei einem Schuss von Roe, Cannata war bereits in der Seitwärtsbewegung und wäre wohl machtlos gewesen. Der VSV spielte in der Folge äußerst abgeklärt, sorgte immer wieder für offensive Entlastung und verteidigte diszipliniert. Vallant prüfte Tirronen noch mit einem Distanzschuss, während auf der Gegenseite Cannata auch einen Slot-Abschluss von Roe souverän entschärfte. Bereits 6:30 Minuten vor Schluss nahm Linz Tirronen zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, um die drei Tore Rückstand aufzuholen. Kurzzeitig musste der Goalie wegen eines Aufwurfes in der neutralen Zone zurückkehren, parierte dann gegen Strong, der bei einem schnellen Vorstoß mit einem Schlagschuss von links abschloss. Danach versuchten es die Oberösterreicher erneut ohne Torhüter. Zwar konnte sich Linz in der Villacher Zone aufbauen, doch Cannata parierte die wenigen durchkommenden Schüsse bravourös. Eine besonders brenzlige Situation entschärfte Thomas Vallant, der einen Schuss auf das halbleere Tor nach Querpass mit unglaublichem Einsatz blockte. 2:48 Minuten vor Schluss setzte schließlich Adam Helewka den berühmten Deckel auf die Partie: Aus der neutralen Zone traf er ins verwaiste Linzer Tor zum 5:1-Endstand.

Mit einem letztlich deutlichen 5:1-Erfolg in Linz löste der EC iDM Wärmepumpen VSV das Ticket für das Viertelfinale. Die Entscheidung über den kommenden Gegner fällt allerdings erst am Sonntag, nachdem Fehérvár Wien mit 7:3 besiegte und damit sowohl der Serien-Gewinner als auch die anschließenden Picks erst am Sonntagabend endgültig feststehen werden.

Steinbach Black Wings Linz – EC iDM Wärmepumpen VSV 1:5 (1:1 | 0:2 | 0:2)

Torschützen VSV: Teasdale (2), Budgell, Wallenta, Helewka (EN)
Torschützen BWL: Maver

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